Unwetter
NRW vor Orkan in Alarmbereitschaft: Viele Schulen schließen

Es ist die buchstäbliche Ruhe vor dem Sturm: Während in NRW kaum ein Lüftchen weht, bereiten sich Städte und der Verkehrssektor auf stürmische Tage vor. Viele gehen lieber auf Nummer sicher.

Samstag, 08.02.2020, 19:08 Uhr aktualisiert: 08.02.2020, 19:22 Uhr
Eine heftige Sturmböe erfasst den Schirm einer Frau. Foto: Boris Roessler

Köln/Düsseldorf (dpa/lnw) - Vor dem Aufziehen des Orkans «Sabine» am Sonntag bereitet sich Nordrhein-Westfalen darauf vor, den Sturm möglichst glimpflich über sich hinwegfegen zu lassen. Viele große Städte - darunter Köln, Düsseldorf, Essen, Aachen, Mülheim und Gelsenkirchen - lassen den Unterricht an städtischen Schulen am Montag ausfallen, wie sie am Freitag und Samstag mitteilten. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) soll der Sturm am Sonntag auf NRW treffen und in der Nacht Windgeschwindigkeiten bis zu 120 Stundenkilometern erreichen.

In anderen Städten sollen Eltern entscheiden, ob sie den Schulweg ihrer Kinder für sicher halten. Das Schulministerium hatte zuvor Schulen und Schulträger auf die Möglichkeit hingewiesen, am Montag den Unterricht ausfallen zu lassen. «Oberste Priorität hat die Sicherheit und Unversehrtheit aller Schülerinnen und Schüler», sagte Staatssekretär Mathias Richter (FDP). Auch viele Sportanlagen bleiben geschlossen.

Der DWD erwartet, dass der Orkan in der Nacht zum Montag in Nordrhein-Westfalen Schäden verursacht und möglicherweise den Verkehr durcheinanderbringt. «Zwischen Windstärke 9 und 12 ist da alles möglich», sagte Meteorologe Bernd Hussing. Viele Feuerwehren haben bereits all ihre aktiven Mitglieder aktiviert und befinden sich in Alarmbereitschaft.

Bereits am Sonntagnachmittag werden die ersten schweren Sturmböen erwartet, im Bergland auch orkanartige Böen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Stundenkilometern. Vereinzelt soll es auch Gewitter mit Starkregen geben. Zum Vergleich: Beim verheerenden Orkan Kyrill im Januar 2007 wurde die stärkste Böe in tiefen Lagen in Düsseldorf mit 145 Stundenkilometern registriert. Der Sturm wird voraussichtlich auch am Montag andauern. Die Wetterexperten rechnen tagsüber weiterhin mit schweren Sturmböen.

Viele Berufstätige dürfte es am Montag vor Probleme stellen, dass auch etliche Kindertagesstätten - darunter in Köln, Düsseldorf und Solingen - geschlossen bleiben sollen. Sowohl an Schulen als auch dort werde es aber vielfach eine Notbereitschaft geben. Die Düsseldorfer Feuerwehr riet den Bürgern generell, sich während des Sturms nicht im Freien aufzuhalten.

Das Unwetter wird aller Voraussicht nach den Verkehr in Deutschlands bevölkerungsreichstem Bundesland durcheinander bringen. Verkehrsexperten raten, das Auto während des Sturms lieber stehen zu lassen. «Ansonsten gilt: Defensiv fahren, Geschwindigkeit reduzieren, beide Hände ans Lenkrad und volle Konzentration auf die Straße», sagte Roman Suthold vom ADAC Nordrhein. Außerdem solle man längere Fahrzeiten einkalkulieren und darauf gefasst sein, dass umgestürzte Bäume oder herabfallende Äste die Straße blockieren könnten. Würde das Auto von einer Böe erfasst, solle man als Autofahrer kontrolliert gegenlenken.

Öffentliche Verkehrsmittel dürften allerdings nur bedingt eine Alternative sein: Die Bahn empfahl bereits, Reisen zwischen Sonntag und Dienstag zu verschieben. Mobile Einsatztrupps mit Kettensägen seien in Bereitschaft, um gegebenenfalls Gleise von umgefallenen Bäumen zu befreien. Außerdem stelle man an großen Bahnhöfen Aufenthaltszüge bereit, falls Reisende bei Ausfällen vor ihrem Ziel stranden sollten. Auch der Flughafen Köln/Bonn werde «sturmfest» gemacht. Ob Nachtflüge ausfallen, sollte erst am Sonntag entschieden werden.

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