Kriminalität
«Wie ein Drive-in»: Polizei legt Drogen-Kiosk still

Krefeld (dpa/lnw) - Aus einem Kiosk heraus sind in Krefeld Drogendealer in großem Stil mit Nachschub versorgt worden. Ein Bruderpaar habe die Dealerszene von dort mit Marihuana, Haschisch und Amphetaminen versorgt, berichteten Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag. Die Drogen seien in geruchsdichten Dosen für Babynahrung aufbewahrt worden.

Montag, 10.02.2020, 13:39 Uhr aktualisiert: 10.02.2020, 13:52 Uhr
Ein Polizeifahrzeug steht während einer Verkehrskontrolle mit Blaulicht auf der Straße. F. Foto: Patrick Seeger

Nach ersten Schätzungen hat die Bande Marihuana im dreistelligen Kilogrammbereich verkauft - rund zehn Kilo pro Woche. Vier Männer im Alter von 22 bis 28 Jahren und eine 26-jährige Frau seien festgenommen worden. Bereits im Juni vergangenen Jahres seien erste Hinweise auf das eigentliche Geschäft der Kioskbetreiber eingegangen.

Weil an dem Kiosk ein Bild der Comic-Figur «Popeye» prangte, wurde die Ermittlungskommission nach dem muskulösen Matrosen benannt. Die Ermittler beobachteten, dass hochwertige Autos wie an einem «Drive-in» vorfuhren und die Drogen an die Wagen gebracht wurden. Straßendealer seien mit leeren Bauchtaschen am Kiosk erschienen und mit gefüllten wieder verschwunden.

Ende Januar schlugen die Drogenfahnder schließlich zu: 15 Wohnungen wurden in Krefeld durchsucht. Die fünf Verdächtigen wanderten in Untersuchungshaft. 7,6 Kilogramm Marihuana und 50 Gramm Kokain im Wert von insgesamt rund 80 000 Euro wurden sichergestellt.

Außerdem stellte die Polizei zehn Waffen sicher: eine Schreckschusspistole, zwei Gaswaffen, eine Machete, zwei Schlagstöcke und vier Schlagringe. Bislang hätten alle Verdächtigen zu den Vorwürfen geschwiegen. Ihnen drohen nun mindestens fünf Jahre Haft.

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