Hilfsorganisationen
«Twittergewitter»: Feuerwehren erinnern an toten Kameraden

Feuerwehren in Nordrhein-Westfalen starten am Dienstagmorgen erneut ein «Twittergewitter» und berichten über ihren Alltag. Bevor es losgeht, halten sie fünf Minuten inne - zum Gedenken an einen vor kurzem im Einsatz gestorbenen Kameraden.

Dienstag, 11.02.2020, 09:20 Uhr aktualisiert: 11.02.2020, 09:32 Uhr
Männer der Feuerwehr sitzen in einem Löschfahrzeug. Foto: Carsten Rehder

Düsseldorf (dpa/lnw) - NRW-Feuerwehren haben am Dienstagmorgen bei ihrer Informationsaktion «Twittergewitter» fünf Gedenkminuten für einen im Einsatz gestorbenen Kameraden eingelegt. Sie starteten die Aktion, mit der sie beim Kurznachrichtendienst Twitter Einblicke in den Feuerwehralltag geben wollten, deshalb nicht wie ursprünglich geplant um 8.00 Uhr, sondern erst um 8.05 Uhr.

«Am Samstag, den 8. Februar 2020 wurde Stefan, ein neunzehnjähriger Kamerad der Feuerwehr Lienen im Einsatz nach einer Explosion in einem Wohnhaus verschüttet. Er verstarb noch an der Einsatzstelle.Wir gedenken Stefan und starten #112live daher um 08:05 Uhr», schrieben mehrere Feuerwehren etwa aus Düsseldorf, Dortmund und Gelsenkirchen in wortgleichen Tweets.

Nach dem Tod des jungen Feuerwehrmanns bei einer Gasexplosion in Lienen im nördlichen Münsterland hatte die Polizei in Münster eine Mordkommission eingerichtet. «Die intensiven Ermittlungen am Wochenende deuten darauf hin, dass die Explosion durch Gasaustritt vorsätzlich herbeigeführt wurde», erläuterte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt am Montag in einer Pressemitteilung. Eine Gasexplosion hatte das Haus teilweise zum Einsturz gebracht, während die Einsatzkräfte sich darin befanden. Der 19-Jährige wurde unter den eingestürzten Trümmern verschüttet und starb.

Beim «Twittergewitter» wollen Feuerwehren in ganz Nordrhein-Westfalen über ihre Arbeit berichten. Im vergangenen Jahr setzten sie bei der ersten Auflage der Aktion Hunderte Tweets ab und berichteten im Minutentakt von ihren Einsätzen. Das «Twittergewitter» findet am europäischen Tag des Notrufs statt.

So gibt die Feuerwehr Köln von 8.00 bis 20.00 Uhr Einblicke in ihren Rettungsalltag - unter den Hashtags #Köln112 und #112live. Pro Tag bearbeitet allein die Feuerwehr in Nordrhein-Westfalens größter Stadt durchschnittlich 1000 Notrufe, sieben Brände, eine Telefonreanimation und mehr als 500 Einsätze im Rettungsdienst. Bundesweit beteiligen sich mehr als 40 Berufsfeuerwehren am zweiten Twittergewitter.

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