Migration
Wohlfahrtsverbände: Hilfe von Laschet für Flüchtlingskinder

Düsseldorf (dpa/lnw) - Die freien Wohlfahrtsverbände fordern ein eigenes nordrhein-westfälisches Aufnahmeprogramm für unbegleitete Kinder und Jugendliche aus griechischen Flüchtlingslagern. In einem Brief an Armin Laschet (CDU) habe die Freie Wohlfahrt den Ministerpräsidenten aufgefordert, eine solche humanitäre Initiative zu ergreifen, teilte die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) am Freitag in Düsseldorf mit.

Freitag, 06.03.2020, 12:28 Uhr aktualisiert: 06.03.2020, 12:42 Uhr

Demnach schrieb der LAG-Vorsitzende Frank Hensel: «Wenn sich die europäischen Staaten nicht einigen können, braucht es eben eine konzertierte Aktion der Willigen.» Nötig sei sofortiges Handeln noch in diesem Winter. «Es ist unerträglich, dass die Rettung besonders Schutzbedürftiger durch Zuständigkeits- und Verfahrensfragen verschleppt wird, während zivilgesellschaftliche Organisationen und Akteure bereitstehen, die wenigen Tausend Minderjährigen unterzubringen und zu versorgen».

Laschet forderte, dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan entschlossen entgegenzutreten, damit «wir dieses Spiel nicht zulassen, wie er in Idlib Krieg führt und Europa mit Flüchtlingen unter Druck setzt». Den «Westfälischen Nachrichten» und dem «Westfalen-Blatt» (Freitag) sagte Laschet, der für den CDU-Bundesvorsitz kandidiert: «Klar ist, 2015 darf sich so nicht wiederholen.» Damals waren Hunderttausende Flüchtlinge nach Deutschland gekommen.

Laschet betonte: «Das europäische Handeln ist ja richtig: Die EU-Außengrenze schützen und nicht den Eindruck vermitteln, jetzt wieder Gruppen hineinzulassen.» Europa müsse den Griechen helfen, «dass sie diese Situation bewältigen können - sowohl im Grenzschutz als auch im Humanitären», sagte Laschet. Auf der türkischen Seite müssten «die Lebensbedingungen der Geflüchteten so gestaltet werden, dass sie dort bleiben und leben können».

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