Gesundheit
SPD vermisst Strategie im Kampf gegen Coronavirus in NRW

Düsseldorf (dpa/lnw) - Das Krisenmanagement der nordrhein-westfälischen Landesregierung im Umgang mit dem Coronavirus ist aus Sicht der SPD-Opposition ungenügend. Von der Wirtschaft über die Schulen und den öffentlichen Nahverkehr bis zur Versorgung der Bevölkerung und zur Gesundheitsvorsorge fehle eine schlüssige Strategie. Für die Risikobewertung und vereinzelte restriktive Maßnahmen seien keine einheitlichen Kriterien erkennbar, kritisierte die Vizevorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Lisa Kapteinat, am Freitag in Düsseldorf.

Freitag, 06.03.2020, 13:32 Uhr aktualisiert: 06.03.2020, 13:42 Uhr
Das Logo der SPD. Foto: Peter Endig

«Jeden Tag nutzen in NRW über sechs Millionen Fahrgäste den öffentlichen Nahverkehr - mehr als ein Drittel aller Menschen, die in NRW wohnen», stellte Kapteinat fest. Dort, wo Menschen auf engstem Raum zusammenkämen, gebe es aber keinerlei Empfehlungen der Landesregierung.

Selbst bei einfachsten Hygiene-Artikeln herrsche «ein eklatanter Fehlbestand», bemängelte die Oppositionspolitikerin. Die Behauptung des Gesundheitsministers vor dem Ausbruch der Infektion in NRW, das Land wäre «gut vorbereitet», habe sich als falsch erwiesen.

Die nun nachträglich bestellten eine Million Mundschutzmasken seien tatsächlich gar nicht lieferbar. Die für NRW erwartbare Charge für die nächsten Woche bringe jeder der 344 Kliniken im Land eine «lächerliche Zahl» von gerade einmal 50 Masken.

Infolge der ungeregelten Lage habe die Bevölkerung Angst vor der Erkrankung und noch mehr Angst vor Versorgungsengpässen. So komme es zu Hamsterkäufen. Kapteinat forderte die Landesregierung auf, mit den Einzelhandelsverbänden freie Selbstverpflichtungen auszuhandeln, um bestimmte Waren nur noch in haushaltsüblichen Mengen abzugeben.

Die Minister der Landesregierung müssten sich zu einer Sondersitzung mit nur einem einzigen Tagesordnungspunkt treffen, forderte Kapteinat: einem «Corona-Kabinett»

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