Kriminalität
Männer bei versuchter Brandstiftung schuldunfähig

Detmold (dpa/lnw) - Nach einer versuchten schweren Brandstiftung in einer Psychiatrie in Detmold hat das dortige Landgericht die mutmaßlichen Brandstifter am Donnerstag auf freien Fuß gesetzt. Ein Gutachter hatte die beiden Männer für schuldunfähig erklärt. Zum Zeitpunkt der Tat im September 2019 hatten der 40- und der 31-Jährige demnach psychotische Schübe. In ihren Wahnvorstellungen wollten sie sich von der Feuerwehr aus ihrer Station in der Psychiatrie befreien lassen. Deshalb hatten sie versucht, unter einem Feuermelder Papier und Kleidungsstücke anzünden.

Donnerstag, 02.04.2020, 15:39 Uhr aktualisiert: 02.04.2020, 15:52 Uhr
Das Landgericht in Detmold. Foto: Bernd Thissen

Nach Einschätzung des Gutachters geht von beiden heute keine Gefahr mehr aus. Nach Aufenthalten in Kliniken in Rheine und Herne seien beide gut mit Medikamenten eingestellt. In der Verhandlung vor dem Landgericht konnten sich die Männer ihr Verhalten nicht erklären.

Nach Zeugenaussagen war die Gefahr für ein größeres Feuer auf der Station mit 17 weiteren Patienten gering. Der Flur sei leer gewesen. Einer der Männer habe aber die Pfleger mit einem abgebrochenem Gegenstand bedroht und sich aggressiv verhalten. Mit einem Feuerlöscher seien beiden dann in ein Zimmer abgedrängt worden.

Als mehrere Polizisten anrückten, versuchten sie zuerst die Lage mit Pfefferspray zu beruhigen. Da einer der beiden Männer weiter einen gefährlichen Gegenstand - was genau, war im Prozess nicht mehr zu klären - in der Hand hielt, zückte ein Beamter seine Waffe. Sofort ließen sich beide Männer festnehmen und bedankten sich laut Zeugenaussage «für die Befreiung».

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