Kriminalität
Enkeltrick und Spendenaufruf: Polizei warnt vor Betrügern

Düsseldorf (dpa/lnw) - Kriminelle wollen in der Corona-Krise Profit aus der Angst von Senioren schlagen: Nach dem Anruf von Betrügern bei einer Rentnerin in Kamp-Lintfort, die 100 000 Euro unter Vorgabe einer Corona-Infektion ihres Sohnes forderten, hat die Polizei noch einmal vor neuen Formen der Enkeltrick-Masche gewarnt.

Donnerstag, 02.04.2020, 16:49 Uhr aktualisiert: 02.04.2020, 17:03 Uhr

«Aktuell nutzt der «Falsche Enkel» am Telefon die Angst vor dem Corona-Virus aus, um an das Geld älterer Menschen zu kommen», teilte die Kreispolizeibehörde Wesel am Donnerstag aus diesem Anlass mit. Die Kriminellen spielten mit den Ängsten der Menschen. Im konkreten Fall, bei dem die hohe Summe angeblich für die medizinischen Behandlung mit Spezialtabletten nötig sei, habe die 78-Jährige richtig reagiert. Sie beendete das Gespräch und rief die Polizei.

Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte bereits vor Tagen vor neuen Betrugsmaschen in der Corona-Krise gewarnt. So solle man nicht auf Angebote eingehen, falls Corona-Tests ohne Vorankündigung durch die Behörden an der Haustür angeboten werden. Das sei der «Enkeltrick in weißen Kitteln». Eine Ministeriumssprecherin betonte am Donnerstag, die Betrüger wollten Profit aus der Angst von Senioren schlagen.

Die Polizei in Dortmund warnt außerdem vor einer Betrugs-Mail mit einem Spendenaufruf für angebliche Corona-Hilfe. Die E-Mail appelliere mit emotionaler Sprache an Mitgefühl und Verantwortung der Empfänger und rufe am Ende des fehlerfrei formulierten Textes zu einer Spende auf. Es sei jedoch davon auszugehen, dass die Absender ihre Post massenhaft und in betrügerischer Absicht versendeten, so die Polizei.

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