Fußball
Turid Knaak: Schulausfall für Lernschwache «Katastrophe»

Essen (dpa) - Die deutsche Fußball-Nationalspielerin und Uni-Dozentin Turid Knaak macht sich angesichts des Schulausfalls in der Corona-Krise große Sorgen um lernschwache oder sozial benachteiligte Kinder. «Gerade für die Schülerinnen und Schüler mit Lernschwäche ist die aktuelle Situation eine Katastrophe. Das sind oft auch Kinder, die wenig Unterstützung von zu Hause bekommen und denen oft die Mithilfe der Eltern fehlt», sagte die 29 Jahre alte Stürmerin des Bundesligisten SGS Essen der Deutschen Presse-Agentur.

Samstag, 04.04.2020, 09:17 Uhr aktualisiert: 04.04.2020, 09:32 Uhr
Turid Knaak (l) von Essen und Karoline Heinze (r) von Leverkusen. Foto: Revierfoto

Knaak ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Köln und arbeitet dort im Bereich Sonderpädagogik. Für ihre Dissertation erforscht sie den Schriftspracherwerb von Kindern mit Lernschwierigkeiten. «Die erreicht man im Moment nicht. Sie befinden sich durch den Schulausfall in einer ganz schlechten Situation, weil gerade sie viel Zuspruch und eine direkte und persönliche Ansprache von Lehrerinnen und Lehrern benötigen», sagte Knaak.

Zudem sei es mit digitalem Lernen oder Video-basierter Unterstützung «nicht in jeder Familie und jedem Haushalt so einfach. Oft fehlt auch eine technische Ausstattung wie ein Drucker», sagte Knaak, die sich ganz bewusst für eine zweigleisige Karriere aus Profifußball und akademischer Laufbahn entschieden hat. «Ich schätze das sehr, weil jedes für sich wieder ein Ausgleich für das andere ist», sagt sie.

Aktuell hat jedoch die Corona-Pandemie auch ihr Leben grundlegend verändert. Statt an der Uni arbeitet Knaak ausschließlich im Homeoffice und stellt sich darauf ein, das kommende Semester komplett mit Online-Seminaren zu bestreiten. Weil die Frauen-Bundesliga pausiert, hält sie sich mit individuellen Trainingseinheiten fit.

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