Gesundheit
Woelki: Warnung vor Verstößen gegen Gottesdienst-Verbot

Köln (dpa/lnw) - Der Kölner Erzbischof Rainer Woelki hat die Gemeinden vor Verstößen gegen das staatlich verordnete Gottesdienst-Verbot gewarnt. «Wir haben das von einem Staatskirchenrechtler prüfen lassen und haben das juristische Ergebnis bekommen, dass die kommunalpolitisch Verantwortlichen solche Entscheidungen treffen können, dass das rechtsstaatlich ist und dass wir uns als Kirche dagegen nicht wehren können», sagte der Kardinal der «Bild»-Zeitung (Mittwoch).

Mittwoch, 08.04.2020, 05:50 Uhr aktualisiert: 08.04.2020, 06:03 Uhr
Rainer Maria Woelki, Kardinal der römisch-katholischen Kirche, Erzbischof von Köln, hält einen Gottesdienst im Dom ab. Foto: Andreas Arnold

Zuvor war bekanntgeworden, dass einzelne Gemeinden gegen das Verbot von öffentlichen Gottesdiensten mit Austeilung der Kommunion wegen der Corona-Pandemie geklagt hatten. Woelki äußerte die Sorge, dass «die kommunalen Verantwortlichen die jetzt noch offenen Kirchen schließen», wenn es zu Verstößen gegen die Auflagen komme.

In der Debatte um die Versorgung Erkrankter sagte Woelki, dass er es für gerechtfertigt halte, wenn Ärzte in einer Krisensituation entscheiden, welche Patienten sie retten. «Man muss im letzten eine Güterabwägung treffen: Wer die größte Überlebensmöglichkeit hat, dem muss an erster Stelle geholfen werden», sagte Woelki der «Bild» und ergänzte: «Und dort, wo nach menschlichem Ermessen davon ausgegangen werden muss, dass die Krankheit schon so weit fortgeschritten ist, dass die Gefahr des Todes besteht, da ist sicherlich in einer solchen Güterabwägung demjenigen, dem Gesundheit und Leben wahrscheinlich erhalten werden können, der Vortritt zu geben.»

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