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Loveparade-Prozess: Gericht führt Fehler auf

Düsseldorf (dpa) - Das Duisburger Landgericht hat eine Reihe von Fehlern benannt, die aus seiner Sicht zur Loveparade-Katastrophe geführt haben: «Die Vereinzelungsanlagen und Schleusen waren nicht auf die erwartenden Personenmengen ausgerichtet. Zäune führten zu zusätzlichen Engstellen», sagte Richter Mario Plein am Montag in Düsseldorf. «Der Stau vor den Vereinzelungsanlagen war absehbar.»

Montag, 04.05.2020, 11:34 Uhr aktualisiert: 04.05.2020, 11:42 Uhr
Kurz vor dem Unglück bei der Loveparade am stehen Menschen dicht gedrängt an einem Tunnelausgang in Duisburg . Foto: Daniel Naupold

«Es gab keine ausreichenden Flächen für die Abwicklung der Personenströme», sagte er. «Stauungen waren vorhersehbar.» Bereits um kurz nach 14.00 Uhr sei es am Tag der Loveparade zu ersten Problemen gekommen. Kommunikationsprobleme hätten die Situation verschärft: Krisengespräche von Polizei und Feuerwehr seien ohne die Veranstalterin geführt worden. Die Steuerung der Personenströme sei unkoordiniert gewesen.

«Unpassende Anordnungen» der Polizei hätten die Probleme verschärft. Der Funkverkehr der Polizei sei erheblich gestört gewesen. Die Polizei habe ihre zugesagte Unterstützung bei der Schließung der überlasteten Zugänge nicht erbracht, weil ihre Kräfte anderweitig gebunden gewesen seien.

Im Bereich der Rampe Ost seien die Ströme schließlich zum Stillstand gekommen. Um 16.30 Uhr sei die Stimmung gekippt und eine lebensbedrohliche Lage mit Wellenbewegungen entstanden. Vor fast zehn Jahren waren dabei in Duiburg 21 Menschen gestorben und 650 verletzt worden.

Das Landgericht Duisburg hat den Prozess gegen zuletzt noch drei Angeklagte wegen drohender Verjährung und geringer Schuld eingestellt.

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