Kriminalität
Weniger Einbrüche in Corona-Krise: Trend setzt sich fort

Homeoffice, Homeschooling und keine Veranstaltungen: In Zeiten der Corona-Pandemie halten sich alle vornehmlich zu Hause auf. Offensichtlich keine guten Zeiten für Einbrecher.

Dienstag, 05.05.2020, 14:54 Uhr aktualisiert: 05.05.2020, 15:02 Uhr
Ein Blaulicht leuchtet an einem Streifenwagen. Foto: Monika Skolimowska

Düsseldorf (dpa/lnw) - In der Corona-Krise wird vorläufigen Zahlen zufolge deutlich weniger in Wohnungen und Wohnhäuser eingebrochen. Dieser Trend, der sich schon im März abzeichnete, hat sich im April fortgesetzt, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur zeigt.

Während vom 1. März bis 26. April 2019 genau 3856 Fälle von Wohnungseinbruchdiebstahl im bevölkerungsreichsten Bundesland registriert worden waren, zählte das NRW-Innenministerium im gleichen Zeitraum dieses Jahres 2336 Taten. Das entspricht einem Rückgang von fast 40 Prozent.

Schon im März allein waren die Fälle in Nordrhein-Westfalen deutlich zurückgegangen: Die Zahl der Wohnungseinbrüche sank von 2091 im Vorjahresmonat auf 1423 (1.3.-29.3.). Zum Stichtag 25. März hatte das NRW-Ministerium einen Rückgang der Einbruchszahlen um 30 Prozent registriert.

Ein Grund dafür dürfte nach Einschätzung der Fachleute sein, dass sich die Menschen viel mehr als sonst in ihren Wohnungen oder dem unmittelbaren Wohnumfeld aufhalten. Außerdem sei es durch den allgemeinen Shutdown auch schwerer als sonst, Diebesgut über Hehler wegzuschaffen oder zu verkaufen, hieß es.

Paradiesische Zeiten für die Polizei bringt die Entwicklung dennoch nicht, wie das NRW-Innenministerium schon vor einiger Zeit betont hatte. So seien neue Betrugsmaschen aufgetaucht, bei denen die Corona-Angst der Bevölkerung ausgenutzt werde.

In jüngster Zeit kam der Betrug bei Corona-Soforthilfen dazu. Bei der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime Nordrhein-Westfalen (ZAC) in Köln sind deswegen bereits mehr als 1000 Strafanzeigen eingegangen von Gewerbetreibenden, die vergeblich auf ihr Geld gewartet haben.

Die übrigen Fälle, in denen nicht berechtigte Antragsteller abkassiert haben sollen, werden dezentral von den Staatsanwaltschaften verfolgt. Allein bei der Staatsanwaltschaft in Essen sind inzwischen 73 Ermittlungsverfahren eingeleitet worden.

Im Bergischen Land sind es 20 Fälle von möglichem Subventionsbetrug. In Köln wurden bereits 60 Ermittlungsverfahren mit einem Volumen von über einer halben Million Euro eingeleitet. Hinzu kommen noch 300 Prüffälle von der Bezirksregierung Köln, die entsprechende Fälle mit Auffälligkeiten weitergeleitet habe.

Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft hat 23 solcher Verfahren eingeleitet. Bei der Staatsanwaltschaft Bielefeld werden zehn dieser Verfahren geführt. Die Bezirksregierung Detmold hat zudem Hinweise auf weitere 20 bis 30 Fälle.

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