Prozesse
Messerangriff im Freibad: «Ich bin völlig ausgerastet»

Ein junger Mann wird in einem Gelsenkirchener Freibad niedergestochen - vor den Augen zahlreicher Badegäste. Jetzt steht der mutmaßliche Täter vor Gericht.

Donnerstag, 07.05.2020, 15:03 Uhr aktualisiert: 07.05.2020, 15:12 Uhr
Eine Bronzeplastik der römischen Göttin der Gerechtigkeit, Justitia. Foto: Arne Dedert

Essen (dpa/lnw) - Nach einer lebensgefährlichen Messerattacke in einem Gelsenkirchener Freibad muss sich ein 22-jähriger Mann seit Donnerstag vor Gericht verantworten. Der Angeklagte gestand bereits zum Auftakt, auf den Bekannten eingestochen zu haben. «Ich bin innerlich völlig ausgerastet», sagte der 22-Jährige den Richtern. Laut Anklage rief er bei der Tat am 26. Juni 2019: «Stirb! Stirb!» Das Opfer hatte unter anderem eine schwere Bauchverletzung erlitten und musste notoperiert werden. Die Anklage lautet auf versuchten Totschlag.

Hintergrund der Tat soll laut Staatsanwaltschaft eine Art Selbstjustiz aus Rache sein. Der Angeklagte war rund sieben Monate vor der Tat ebenfalls lebensgefährlich verletzt worden. Dafür macht er unter anderem das spätere Opfer verantwortlich. Einen Prozess hat es jedoch - bis heute - nicht gegeben. «Deshalb entschloss er sich, die Sache selbst in die Hand zu nehmen», hieß es in der Anklage.

Nach der Messerattacke im Freibad war der Deutsche mit türkischen Wurzeln in die Türkei geflohen. Seine Festnahme erfolgte schließlich in den Niederlanden. Von dort wollte er nach eigenen Angaben nach Deutschland zurückkehren, um sich zu stellen.

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