Gesundheit
Tönnies: Branche nicht unter Generalverdacht stellen

Rheda-Wiedenbrück (dpa/lnw) - Die Firma Tönnies, Deutschlands größer Fleischverarbeiter, wehrt sich nach zahlreichen Corona-Infektionen bei einem Wettbewerber in Coesfeld dagegen, die Branche unter Generalverdacht zu stellen. «Wir wurden in der Ernährungsindustrie vor acht Wochen aufgefordert, während des Lockdowns weiter zu arbeiten, so wie Krankenhäuser, Pflegeheime und die Energieversorgung», sagte Sprecher André Vielstädte am Freitag auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur. Diesem Auftrag sei das Unternehmen mit Sitz in Rheda-Wiedenbrück nachgekommen - «bei dem Wissen, dass wir dadurch ein erhöhtes Infektionsrisiko haben.» Trotz erheblicher Maßnahmen, die Tönnies umsetze, bleibe - wie in Krankenhäusern oder Pflegeheimen - ein Restrisiko. «Im Lichte dieses bekannten Zielkonflikts darf nicht eine ganze Branche nun unter Generalverdacht gestellt werden», teilte der Sprecher mit. Tönnies unterstütze den Gesundheitsminister in der konsequenten Risikominimierung während der Corona-Pandemie. «Wir haben jedoch beispielsweise im Kreis Gütersloh aktuell keine erhöhtes Infektionsgeschehen. Daher sind wir offen für die Testung aller Mitarbeiter wenn ein Infektionsgeschehen herrscht», hieß es weiter.

Freitag, 08.05.2020, 15:52 Uhr aktualisiert: 08.05.2020, 18:06 Uhr
Frisch geschlachtete Schweine hängen in einem Kühlhaus des Fleischunternehmens Tönnies. Foto: Bernd Thissen

Der Kreis Coesfeld hatte am Donnerstag bestätigt, dass bei Beschäftigten einer Fleischfabrik von Westfleisch in Coesfeld über 100 Corona-Infektionen entdeckt worden waren. Der Betrieb musste die Produktion drosseln, aber bislang nicht einstellen.

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