Prozesse
16-Jährige wegen versuchten Totschlags vor Gericht

Düsseldorf (dpa/lnw) - Sie soll einem 13-Jährigen zwei Bastelscheren in die Brust gerammt haben: Eine 16-Jährige steht seit Montag wegen versuchten Totschlags vor dem Düsseldorfer Landgericht. Der Anklage zufolge hatte sich die Tat im September 2018 im Außenbereich einer Wohngruppe der Graf-Recke-Stiftung ereignet. Anlass soll ein Streit zwischen der Jugendclique der damals 14-Jährigen und dem Opfer gewesen sein. Die achtköpfige Gruppe soll den 13-Jährigen zunächst mit Gläsern und Stöcken beworfen haben. Dann soll die Angeklagte den Jungen mit den beiden Scheren attackiert haben, um ihn, wie es in der Anklage heißt, zu töten. Der inzwischen 15 Jahre alte Junge wurde damals nur leicht verletzt.

Montag, 11.05.2020, 16:25 Uhr aktualisiert: 11.05.2020, 16:32 Uhr
Eine Bronzeplastik der römischen Göttin der Gerechtigkeit, Justitia. Foto: Arne Dedert

Ein inzwischen 16-jähriges Mitglied der Clique ist wegen Körperverletzung mitangeklagt, die anderen mutmaßlichen Mittäter nicht. Sie waren zum Tatzeitpunkt strafunmündig. Der Prozess findet aus Jugendschutzgründen unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Die Verteidiger kündigten an, dass sich die beiden Angeklagten zu den Vorwürfen äußern werden. Bis zum 15. Mai sind noch zwei weitere Verhandlungstage mit zahlreichen Zeugen angesetzt. In der vergangenen Woche hatte am gleichen Gericht ein Prozess wegen versuchten Mordes gegen eine andere Schülerin begonnen.

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