Prozesse
19-Jährige nach Brandstiftung frei gelassen

Düsseldorf (dpa/lnw) - Im Prozess wegen versuchten Mordes gegen eine 19-jährige Schülerin hat das Landgericht den Haftbefehl gegen die depressive junge Frau aufgehoben. Das Gericht sprach die Schülerin am Montag lediglich wegen schwerer Brandstiftung schuldig und verhängte eine Jugendstrafe auf Bewährung und unter Vorbehalt.

Montag, 11.05.2020, 16:54 Uhr aktualisiert: 11.05.2020, 17:02 Uhr
Auf einer Richterbank liegt ein Richterhammer. Foto: Uli Deck

Das heißt, das Gericht will erst nach einer auf zwei Jahre festgesetzten Bewährungszeit entscheiden, ob die Strafe letztlich überhaupt verhängt wird. Wie es aus Justizkreisen heißt, hatte die 19-Jährige die Tat eingeräumt.

Demnach hatte sie in ihrer Wohnung aus Verzweiflung über ihre persönliche Lage im dritten Stock eines Mehrfamilienhauses an drei Stellen ihrer Wohnung Feuer gelegt.

Laut Anklage hatte sie den Inhalt einer Wodkaflasche ausgeschüttet und angezündet. Verletzt wurde bei dem Feuer niemand, weil die Brandmelder im Haus sofort Alarm schlugen und Nachbarn die Feuerwehr alarmierten.

Das Gericht hatte die Öffentlichkeit zum Schutz der jungen Angeklagten unmittelbar nach dem Prozessauftakt ausgeschlossen.

Die Auswertung ihrer Chatprotokolle soll ergeben haben, dass sie die Tat schon Tage zuvor Freundinnen angekündigt hatte. Bei dem Brand war ein Schaden von 50 000 Euro entstanden.

Die Anklage lautete auf versuchten Mord. Das Gericht sah aber keinen Beleg dafür, dass die Angeklagte den Tod Dritter in Kauf genommen habe. Die Staatsanwältin hatte schließlich eine Jugend-Bewährungsstrafe von 22 Monaten gefordert. Der Verteidiger hatte eine Therapie angeregt.

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