Energie
Beethovens 6. an der Tagebaukante: Gegen den Klimawandel

Musiker auf der ganzen Welt spielen am Montag Beethovens 6. Symphonie gegen Klimawandel und Umweltzerstörung. An wenigen anderen Orten wird die Aktion ihre Symbolkraft wohl so entfalten, wie am Tagebau Garzweiler.

Montag, 01.06.2020, 01:33 Uhr aktualisiert: 01.06.2020, 05:02 Uhr
Bergbaumaschinen stehen im Tagebau Garzweiler. Foto: Federico Gambarini

Erkelenz (dpa/lnw) - Zum Weltumwelttag der Vereinten Nationen wollen heute rund 50 Berufsmusiker am Tagebau Garzweiler ein ungewöhnliches Konzert geben: Sie spielen Beethovens 6. Symphonie, die so genannte «Pastorale», und beteiligen sich damit an einem weltweiten Projekt gegen den Klimawandel zum 250. Geburtstag des Komponisten.

In einem alten von Abriss bedrohten Bauernhof spielen die Musiker aus Wohnhaus, Stall heraus und unter alten Bäumen. Das denkmalgeschützte Anwesen soll mit dem ganzen Dorf Keyenberg für den Braunkohletagebau Garzweiler verschwinden. Ludwig van Beethoven liebte die Natur. Seine 6. Symphonie gilt als Ausdruck dafür. Die Initiative kam den Angaben nach von einem Musiker des Symphonieorchesters Bonn.

Rund um den Tagebau Garzweiler kämpfen Anwohner um den Erhalt ihrer fünf bedrohten Dörfern. Laut einer Studie für die Umweltschutzorganisation Greenpeace müssten keine weiteren Dörfer dem Tagebau weichen, wenn aus den Tagebauen Hambach und Garzweiler nur noch so viel Braunkohle verstromt würde, dass die deutschen Klimaschutzziele eingehalten werden.

Dagegen verweist RWE auf eine von dem Konzern in Auftrag gegebene Studie. Die zeige, dass bis zum Jahr 2038 aus den Tagebauen Hambach und Garzweiler bis zu 780 Millionen Tonnen Braunkohle gefördert werden müssten. Dies ergebe sich aus den Vereinbarungen zum Kohleausstieg.

Nachrichten-Ticker