Schule in Corona-Zeiten
Elternverbände fordern Betreuung von Schülern in den Ferien

Bald sind Sommerferien - doch wie sollen Eltern nach den coronabedingten Schulschließungen auch noch diese sechs Wochen überbrücken? Verbände fordern ausreichend Betreuungsangebote, bei denen die Kinder zudem etwas lernen sollten.

Mittwoch, 03.06.2020, 17:06 Uhr aktualisiert: 03.06.2020, 17:18 Uhr
Blick in einen Klassenraum. Foto: Marijan Murat

Köln (dpa/lnw) - Elternverbände fordern qualifizierte Betreuungsangebote für Schulkinder in den Sommerferien. Wegen der wochenlangen Schulschließungen in der Corona-Krise hätten Eltern häufig ihren Jahresurlaub aufgebraucht, gleichzeitig ende für zahlreiche Arbeitnehmer nun die Kurzarbeit. „Viele Familien sind in den Ferien auf Betreuungsangebote angewiesen, um ihren Job retten zu können“, sagte die Vorsitzende der Landeselternkonferenz (LEK) NRW, Anke Staar, am Mittwoch. Zuvor hatte die „WAZ“ berichtet.

„Urlaubskontingente sind aufgebraucht, Homeoffice und Kinderbetreuung sind nicht wirklich zu vereinbaren und die Großeltern müssen immer noch geschont werden“, erklärte auch der Vorsitzende der Landeselternschaft der integrierten Schulen in NRW (LEiS), Ralf Radke. Deshalb müsse es während der gesamten Ferien Betreuungsangebote für Schüler bis zur achten Klasse sowie für alle Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf geben. „Andernfalls haben viele Eltern keine Chance, ihre Arbeitszeiten nachzuholen“, meinte Radke.

Dem Schulministerium zufolge kann es an den Grundschulen Ferienangebote des Offenen Ganztags (OGS) geben, sofern diese bereits vorgesehen waren. Wo dies nicht in vollem Umfang möglich sei, plane das Ministerium ein entsprechendes Zusatzangebot, über das zeitnah informiert werde. „Darüber hinaus prüft das Schulministerium derzeit, unter welchen Voraussetzungen zum Beispiel Schülerinnen und Schülern mit besonderem Unterstützungsbedarf auch in den Sommerferien Bildungs- und Erziehungsangebote gemacht werden können.“

Die LEK-Vorsitzende Staar forderte „qualitativ hochwertige Bildungsangebote“, bei denen etwa studentische Hilfskräfte oder freiwillige Lehrer eingesetzt werden könnten. Das Land müsse dafür finanzielle Mittel bereitstellen.

Aus Sicht der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ist der Wunsch von Eltern nach pädagogischer Betreuung zwar verständlich. „Gleichwohl können das die Schulen nicht verantwortungsvoll stemmen, weil Schulleitungen und Lehrkräfte nach wochenlangem Corona-Stress die Ferien nicht nur für den eigenen Urlaub gebrauchen, sondern auch für die Planungen für das neue Schuljahr, das ja auch nicht normal anlaufen wird“, teilte die GEW-Landesvorsitzende Maike Finnern mit.

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