Digitale Lernplattform
Land schließt virtuellen Klassenraum auf

Die Corona-Krise treibt das digitale Lernen voran. Eine neue Plattform für alle Schulen in NRW funktioniert fast wie ein «virtuelles Klassenzimmer».

Mittwoch, 10.06.2020, 22:00 Uhr aktualisiert: 10.06.2020, 22:16 Uhr
Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) spricht bei einer Pressekonferenz. Foto: David Young

Auch beim „Lernen auf Distanz“ dürfen Lehrkräfte und Schüler nun näher aneinanderrücken: Seit Mittwoch bietet eine neue vom Schulministerium freigegebene Lern-Plattform virtuelle Klassenzimmer und Kursräume an. Lehrer können hier Aufgaben, Lernpakete, Umfragen oder auch Tests einstellen, sie können zugleich den Lernverlauf ihrer Schüler verfolgen und ihnen individuelle Rückmeldungen geben.

Persönliche Aufgaben können darüber vergeben, andere Lehrer mit eingebunden werden. Schüler können sich im Chat austauschen, im Forum miteinander diskutieren, abstimmen und direkten Kontakt mit den Lehrkräften aufnehmen. „Wir wollen, wir müssen die Schulen fit machen für das digitale Lernen mit Medien“, sagte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP), als sie die Plattform in Düsseldorf vorstellte.

Das neue Lernmanagement-System namens „Logineo NRW LMS“ knüpft an die bereits für Lehrkräfte gestarteten Plattform „Logineo NRW“ an, die seit November in einigen Schulen digitale Strukturen ermöglicht. Den-noch ist LMS unabhängig davon für alle Schulen einsetzbar. Bis zum Ende der Sommerferien könnten alle Schulen und alle Schüler in NRW Zugang erhalten. Das Lernen auf Distanz gewinne eine neue Qualität, sagte Gebauer. Schüler und Lehrkräfte brauchen lediglich ein internetfähiges Endgerät, weil LMS auf der auch im Wissenschaftsbereich bewährten Open-Source-Basis „Moodle“ programmiert ist.

Die Ministerin sähe es gerne, wenn langfristig alle Schulen im Land „Logineo NRW“ nutzen, doch solle kein Zwang entstehen, genutzte Lösungen abzuschaffen. Noch in diesem Jahr soll die Hauptplattform auch für alle 2,5 Millionen Schüler in NRW geöffnet werden. Gebauer gab es gerne zu: Die Corona-Krise hat auch bei der Digitalisierung der Schulen den Druck erhöht.

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