Bildung
Kommunen kritisieren Antragsverfahren bei Digitalpakt Schule

Düsseldorf (dpa/lnw) - Die Beantragung von Mitteln aus dem Digitalpakt Schule muss aus Sicht des Städte- und Gemeindebunds deutlich erleichtert werden. «Es ist sehr kompliziert, das Geld zu beantragen: Voraussetzung ist ein technisch-pädagogisches Einsatzkonzept, das die Schulträger gemeinsam mit den Lehrerkollegien ausarbeiten müssen», sagte Christoph Gerwers, Vorsitzender des deutschen Bildungsausschusses im Städte- und Gemeindebund, der «Rheinischen Post». Da träfen nicht selten zwei Welten aufeinander: «Die IT-Experten der Kommunen kennen sich in ihrem Fach aus, aber nicht mit Pädagogik. Und die Lehrer stellen pädagogische Anforderungen an die digitalen Geräte, die nicht immer zu erfüllen sind.»

Mittwoch, 08.07.2020, 08:57 Uhr aktualisiert: 08.07.2020, 09:02 Uhr
Schüler einer 5. Klasse lernen mit iPads im Englischunterricht. Foto: Julian Stratenschulte

Der Digitalpakt soll Schulen mit digitaler Infrastruktur ausstatten - also mit WLAN-Netzen, Lernprogrammen aber auch geeigneten Geräten. Der Bund stellt dafür fünf Milliarden Euro zur Verfügung, die Länder rund 500 Millionen Euro. Seit Herbst des vergangenen Jahres können die Mittel online beantragt werden. Die Kommunen in Nordrhein-Westfalen haben bislang allerdings nur einen sehr kleinen Anteil abgerufen. Bis zum 3. Juni sind rund 404 200 Euro von gut einer Milliarde Euro abgerufen worden, wie aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Fraktion hervorging.

«Die Landesregierung sollte besser ein verbindliches und landesweit geltendes Rahmenkonzept vorgeben, wie eine digitale Grundausstattung an den Schulen aussehen soll», sagte Gerwers, der Bürgermeister der niederrheinischen Stadt Rees ist.

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