Kriminalität
Anklage in Niedersachsen ausgelöst durch Lügde-Ermittlungen

Göttingen/Lügde (dpa/lnw) - In der Folge der Ermittlungen zum Missbrauchsfall Lügde hat die Staatsanwaltschaft Göttingen Anklage gegen einen 48 Jahre alten Mann aus dem niedersächsischen Kreis Northeim erhoben. Die Ermittler werfen dem mutmaßlichen Täter schweren sexuellen Kindesmissbrauch und den Besitz von Kinderpornografie vor. Der Mann soll sieben Kinder und Jugendliche missbraucht haben und sich mit weiteren Tätern ausgetauscht haben, wie die Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilte. Der Mann soll ein Bekannter des im Missbrauchsfall Lüdge verurteilten Haupttäters sein. Zu den jetzt angeklagten Taten soll es aber nicht auf dem Campingplatz im lippischen Lügde, sondern an anderen Orten gekommen sein.

Dienstag, 04.08.2020, 13:24 Uhr aktualisiert: 04.08.2020, 13:32 Uhr
Auf einer Richterbank liegt ein hölzerner Richterhammer. Foto: Uli Deck

Im Zuge der Ermittlungen gegen den 48-Jährigen seien gegen 130 weitere Personen Ermittlungsverfahren wegen Missbrauchs und Vergewaltigung von Kindern sowie Besitzes von Kinderpornografie eingeleitet worden. 32 der Beschuldigten hätten inzwischen identifiziert werden können.

Im Missbrauchsfall Lügde waren im Herbst 2019 am Landgericht Detmold zwei Männer zu langjährigen Haftstrafen und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Sie hatten auf dem Campingplatz an der Landesgrenze zu Niedersachsen 32 Kinder jahrelang schwer sexuell missbraucht. Unter den Opfern war auch eine Pflegetochter des Haupttäters. Der Düsseldorfer Landtag beschäftigt sich im Rahmen eines Untersuchungsausschusses mit der Rolle von Polizei und Behörden bei dem Fall.

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