Basketball
Jurist zu Kündigung für Saibou: Juristische Zweifel

Bonn (dpa/lnw) - Die fristlose Kündigung des Basketball-Nationalspielers Joshiko Saibou durch seinen Verein könnte aus juristischer Sicht angreifbar sein. «Aufgrund der aus Presseveröffentlichungen bekannten Umstände kommen aus arbeitsrechtlicher Sicht Zweifel an der Haltbarkeit der fristlosen Kündigung auf», sagte der Arbeitsrechtler Oliver Simon von der Kanzlei CMS Hasche Sigle am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Wegen «Verstößen gegen Vorgaben des laufenden Arbeitsvertrages als Profisportler» war dem 30-Jährigen tags zuvor von den Telekom Baskets Bonn fristlos gekündigt worden.

Mittwoch, 05.08.2020, 14:15 Uhr aktualisiert: 05.08.2020, 14:22 Uhr
Justitia-Statue. Foto: Arne Dedert

Von Saibou und dessen Freundin, der Weitspringerin Alexandra Wester, waren in den sozialen Netzwerken Fotos von ihrer Teilnahme an der Demonstration gegen die staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie am Wochenende in Berlin zu sehen. Beide waren ohne Mund-Nasen-Schutz und ohne Abstand zu anderen Menschen zu sehen.

Die rechtlichen Anforderungen an eine fristlose Kündigung seien hoch, betonte Simon. Der Jurist verwies darauf, dass neben einem «an sich geeigneten wichtigen Grund in Form einer groben Verletzung arbeitsvertraglicher Pflichten» diese «stets auch verhältnismäßig» sein müsse. Grundsätzlich bedürfe es einer Pflichtverletzung aus dem Arbeitsverhältnis heraus. «Bei außerdienstlichem Fehlverhalten kommt eine fristlose Kündigung nur ausnahmsweise in Betracht, wenn dieses auf das Arbeitsverhältnis sozusagen durchschlägt», sagte Simon. Die Teilnahme an einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen habe zunächst einmal nichts mit seiner Tätigkeit als Profisportler zu tun.

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