Gesundheit
NRW beruhigt Eltern: Kinder nicht getrennt isoliert

Düsseldorf (dpa/lnw) - Das Gesundheitsministerium in Nordrhein-Westfalen hat Eltern beruhigt, dass im Falle von Corona-Verdachtsfällen ihrer Kinder kein Kindesentzug drohe. «In NRW drohen Gesundheitsämter nicht mit der Inobhutnahme von Kindern und ordnen auch nicht die Isolation von Kindern getrennt von der Familie in häuslicher Quarantäne an», sagte ein Ministeriumssprecher am Donnerstag der «Neuen Westfälischen» («nw.de»).

Donnerstag, 06.08.2020, 22:58 Uhr aktualisiert: 06.08.2020, 23:12 Uhr
Ein Teddybär und anderes Spielzeug liegt verstreut auf dem Fußboden eines Kinderzimmers. Foto: Andrea Warnecke

«Mir ist kein Fall bekannt.» Er ergänzte: «Wenn in NRW aufgrund eines Corona-Verdachtsfalls ein Kind in Quarantäne muss, suchen die Gesundheitsämter immer nach lebensnahen Lösungen, die den Gesundheitsschutz gewährleisten. Wie zum Beispiel, dass ein Elternteil ebenfalls mit in Quarantäne geht.»

Zuvor hatte in Hessen der Kreis Offenbach Kritik an seinen Quarantäne-Vorgaben für Kinder mit einem Verdacht auf eine Corona-Infektion zurückgewiesen. Nach Medienberichten sollen Gesundheitsämter, darunter auch das im Kreis Offenbach, Eltern auffordern, Kinder mit einer Infektion getrennt von der Familie zu isolieren. Der Kreis wies dies zurück.

In Baden-Württemberg hatte ein Behördenschreiben zur häuslichen Quarantäne von Kindern viele Eltern empört. Stein des Anstoßes war ein Fall in Bruchsal, das entsprechende Schreiben hat die Initiative «Familien in der Krise» veröffentlicht. Nachdem dort an einer Grundschule eine Lehrerin positiv auf das Coronavirus getestet worden war, wurden im Juli zwei Klassen nach Hause geschickt - begleitet von einer Information der Stadt, in der bei Nichteinhaltung der «Isolation in sogenannter häuslicher Quarantäne» mit einer zwangsweisen Unterbringung des Kindes in einer geschlossenen Einrichtung gedroht wird.

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