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Ohne Zulassung behandelt: Prozess um Bundeswehr-Arzt

Ein Arzt, der zeitweise keine Zulassung hatte und dennoch für die Bundeswehr arbeitete, muss jetzt vor Gericht. Er soll knapp 400 Patienten behandelt haben. Theoretisch könnte jeder von ihnen als Zeuge geladen werden.

Freitag, 07.08.2020, 02:34 Uhr aktualisiert: 07.08.2020, 05:03 Uhr
Eine Statue der Justitia hält die Waage. Foto: Peter Steffen

Düsseldorf (dpa/lnw) - Das Düsseldorfer Landgericht beschäftigt sich am Freitag (09.45 Uhr) mit dem Fall eines Arztes (35), der ohne Zulassung im Düsseldorfer Sanitätsversorgungszentrum der Bundeswehr knapp 400 Patienten behandelt haben soll. Es droht ein Mammutprozess.

Die Zulassung war dem Mediziner 2016 trotz bestandener Prüfungen wegen eines Strafverfahrens verweigert worden und wurde trotz eines Freispruch - bis heute - wegen des laufenden Verfahrens nicht erteilt.

Dem Neusser war Brandstiftung vorgeworfen worden. Ein halbes Jahr lang habe der Mediziner ohne Approbation dennoch 397 Bundeswehrangehörige behandelt, so der Staatsanwalt - das sei ein strafbarer Verstoß gegen das Heilpraktikergesetz.

Der Mediziner hat einen Strafbefehl über 40 000 Euro nicht akzeptiert. Daher der Prozess. Der Fall war im letzten September schon mal anverhandelt worden. Damals hatte der Richter deutlich gemacht, dass ein Mammutprozess drohe: Denn um die Schuldfrage zu klären, müsse jeder einzelne Behandlungsfall aufgeklärt und jeder der 397 Patienten angehört werden.

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