Finanzen
Verdacht auf Geldwäsche und Steuerhinterziehung: Razzien

Frankfurt/Main (dpa) - Wegen des Verdachts der Geldwäsche und der Steuerhinterziehung haben Ermittler am Dienstag Geschäfts- und Wohnräume in NRW und weiteren Bundesländern durchsucht. Ermittelt wird gegen deutsche Kunden einer Bank mit Sitz in Puerto Rico, wie die Staatsanwaltschaft Frankfurt und das Bundeskriminalamt mitteilten. Es wurden Privatwohnungen von insgesamt sechs Beschuldigten in den Rhein-Main-Orten Frankfurt, Neu-Anspach, Oberursel, Schwalbach und Hattersheim sowie in Bonn durchsucht. Zugleich gab es weitere Durchsuchungen bei mehreren Banken im gesamten Bundesgebiet zur Sicherung von Beweisen.

Dienstag, 11.08.2020, 12:18 Uhr aktualisiert: 11.08.2020, 12:32 Uhr

Die Beschuldigten werden verdächtigt, mit Hilfe der Bank Offshore-Gesellschaften gegründet zu haben, um Kapitalerträge vor dem deutschen Fiskus zu verbergen und die dafür anfallenden Steuern zu hinterziehen.

In einem weiteren Verfahren durchsuchten Einsatzkräfte des Bundeskriminalamts eine Im- und Exportfirma sowie Wohnräume in Brandenburg wegen des Verdachts der Geldwäsche. Dem Beschuldigten wird unter anderem vorgeworfen, Gelder aus Straftaten im Ausland in den legalen Wirtschaftskreislauf in Deutschland geschleust zu haben. Über die Firmenkonten sollen betriebsfremde Zahlungen für Privatpersonen in Russland geleitet worden sein.

Nach früheren Berichten eines Recherchenetzwerkes über ein kompliziertes Geldwäschesystem aus Russland sollen Milliarden in den Westen gelangt sein. Davon sollen allein rund 190 Millionen Euro auf deutschen Konten gelandet sein. Die Dokumente wurden von Medienhäusern mit dem Titel «Troika Laundromat» ausgewertet.

Nachrichten-Ticker