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Hungerstreik: Braunkohlegegner protestieren gegen Gewahrsam

Erkelenz/Aachen (dpa) - Mehrere Braunkohlegegner, die am Sonntag im rheinischen Tagebau Garzweiler einen Kohlebagger besetzt haben, sind aus Protest gegen ihren anhaltenden Polizeigewahrsam in den Hungerstreik getreten. Eine entsprechende Mitteilung der Umweltschutzorganisation Extinction Rebellion bestätigte am Dienstag eine Polizeisprecherin in Aachen. Laut der Mitteilung sind es sieben Demonstranten, die seit Montag hungern. Sie seien auf verschiedene Polizeipräsidien verteilt worden, teils würden sie auch das Trinken verweigern, sagte die Polizeisprecherin.

Dienstag, 01.09.2020, 17:08 Uhr aktualisiert: 01.09.2020, 17:22 Uhr
Ein gelbes Schild mit den Orstnamen gefährdeter Dörfer. Foto: David Young

Nach Polizeiangaben hatten am Sonntag zwölf Frauen und Männer einen Kohlebagger besetzt und waren dann zur Identitätsfeststellung in Gewahrsam gekommen. Sie hätten keine Ausweispapiere dabei gehabt und die Identität nicht genannt. Außerdem waren die Fingerkuppen verklebt, um die Abnahme von Fingerabdrücken zu verhindern. Eine Richterin hatte Gewahrsam bis längstens diesen Freitag angeordnet.

Laut Polizei haben inzwischen zwei Männer ihre Namen genannt und wurden entlassen. Mehrere der verbliebenen zehn Personen verweigerten die Aufnahme von Nahrung, ein Teil lehne auch das Trinken ab. Die Gewahrsamsfähigkeit werde geprüft. «Extinction Rebellion» kündigte Mahnwachen vor Polizeiwachen unter anderem in Düsseldorf, Bonn und Duisburg an.

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