Kirche
Erzbistum Paderborn: Eigenkapital von 2,54 Milliarden Euro

Welches Bistum hat das größte Vermögen in Deutschland? Das Erzbistum Paderborn hat jetzt eine weitere Finanz-Zahl veröffentlicht und kommt damit einer Transparenz-Offensive der Bischofskonferenz nach.

Dienstag, 01.09.2020, 15:42 Uhr aktualisiert: 01.09.2020, 15:52 Uhr
Euro-Münzen auf Euro-Banknoten. Foto: Tobias Hase

Paderborn (dpa/lnw) - Das Erzbistum Paderborn hat erstmals die Finanzen seines Bischöflichen Stuhls veröffentlicht. Laut Mitteilung von Dienstag verfügen die in dieser Einheit organisierten sieben Stiftungen über ein Eigenkapital von 2,54 Milliarden Euro. Auf die Stiftung Erzbischof von Paderborn entfällt dabei ein Vermögen von 177 Millionen Euro. Über diesen Posten wird auch der Diensitz des Bischofs verwaltet. Die restlichen sechs Stiftungen verzeichnen zwischen 250 und 650 Millionen Euro in ihren Bilanzen. Die Aufgaben der Stiftungen reichen von sozialen Zwecken, über Bildung und bis zur theologischen Lehre.

Im Gegensatz zu den generellen Aufgaben des Bistums, die mit Kirchensteuern finanziert werden, müssen die Stiftungen ihre Ausgaben durch Zinseinnahmen decken. «Die niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt schränken die Handlungsfähigkeit der Stiftungen deutlich ein», heißt es in der Mitteilung des Bistums.

Die Bischofskirche in Paderborn fällt unter einen weiteren eigenständigen Bereich. Dieser Vermögenswert wird im sogenannten Metropolitankapitel veröffentlicht. 2017 wurde der Dom mit 1 Euro in den Büchern geführt.

Die Bilanzsumme für das Erzbistum Paderborn für 2019 wird im November veröffentlicht. 2018 lag dieser Wert bei rund 4,4 Milliarden Euro. Neben München und Freising zählt Paderborn damit zu den wohlhabendsten Bistümern in Deutschland.

Die Bistümer in Deutschland hatten nach dem Finanzskandal um den ehemaligen Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst eine Transparenz-Offensive gestartet und ihre Bilanzen veröffentlicht. Kritik gab es allerdings, weil die Zahlen der 27 Diözesen nur schwer vergleichbar sind. So veröffentlichen einige Bistümer wie München und Köln zusätzlich auch die Zahlen des sogenannten Bischöflichen Stuhls, andere wie Paderborn taten dies bislang nicht.

Der Bischöfliche Stuhl ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. In seiner Bilanz wird unabhängig vom Bistum das Vermögen dargestellt, das für die Aufgaben des Bischofs genutzt wird. Die Zusammensetzung von Vermögen und Haushalt fällt allerdings je nach Bistum unterschiedlich aus.

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