Literatur
Literaturfestival «lit.RUHR» blickt in Zukunft

Essen (dpa/lnw) - Wo steht die Gesellschaft in 100 Jahren und wie sieht dann ein Gebäude wie das Welterbe Zeche Zollverein in Essen aus? Mit solchen Fragen beschäftigt sich das internationale Literaturfestival «lit.Ruhr» vom 6. bis zum 11. Oktober. Zum Herbstfestival für Lesehungrige werden wieder Tausende Besucher und Schriftsteller wie die Bestsellerautoren Bernhard Schlink, Wladimir Kaminer und Wolfram Eilenberger erwartet. Mit von der Partie ist auch Campino von den Toten Hosen, der ein Buch über seine Familie und seine Fußball-Leidenschaft geschrieben hat. Der Kartenvorverkauf habe begonnen, teilte das Literaturfestival am Mittwoch bei der Veröffentlichung des Programms mit.

Mittwoch, 02.09.2020, 13:03 Uhr aktualisiert: 02.09.2020, 13:12 Uhr

In Zeiten der Corona-Pandemie ist das Programm leicht geschrumpft - von 76 Veranstaltungen auf 62 an nur noch drei (vorher sechs) Standorten: der Zeche Zollverein, dem Essener Lichtburg-Kino und dem Bochumer Schauspielhaus.

Mehr als die Hälfte der Angebote richten sich unter dem Motto «lit.kid.Ruhr» an Kinder. Unter Berücksichtigung der Hygiene-Schutzmaßnahmen sollten so viele Kinder wie möglich erreicht werden, betonen die Organisatoren. Autoren kommen zu Lesungen in Kitas oder Grundschulen. Schüler weiterführender Schulen nutzen den Livestream.

Eröffnet wird das Festival mit einer Gala zum Thema Musik. Die Musikerin und Schauspielerin Meret Becker und der Autor Thees Uhlmann lesen dabei aus Briefen bekannter Musiker wie Keith Richards, Patti Smith oder Giuseppe Verdi. Beim Zukunftsthema diskutieren etwa die Philosophen Gert Scobel und Markus Gabriel über Werte und Moral in dunklen Zeiten. Der Poetry-Slam-Künstler Jason Bartsch entwickelt mit anderen Künstlern zusammen bei einem ««Zechenspaziergang mit Zeitreise» über Zollverein Visionen für die Zukunft.

Sandra Hüller und Jens Harzer lesen aus dem Werk der Autorin Ingeborg Bachmann. Unter dem Motto «Mein Haus, dein Boot, dein Auto» nähern sich die Komikerin Cordula Stratmann und der Schauspieler Edin Hasanovic einem sehr menschlichen Gefühl an - dem Neid.

Das Festival endet am 11. Oktober. 2019 zählten die Veranstalter rund 25 000 Besucher.

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