Regierung
Walter-Borjans kritisiert Laschet-Auftritt in Sachsen

Berlin (dpa) - SPD-Chef Norbert Walter-Borjans hat die Teilnahme des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) an einer Veranstaltung mit 2000 Gästen in Sachsen scharf kritisiert. «In Zeiten wie diesen erwarten die Menschen von der Politik Orientierung und nicht ein Verhalten nach dem Motto: zu Hause verbiete ich das Feiern, aber ich selbst bin dann mal weg - dahin, wo es erlaubt ist», sagte Walter-Borjans der «Bild am Sonntag». «Laschets Verhalten erinnert mich an den Vater, der seinen Kindern mit einer Kippe im Mund erklärt, wie ungesund das Rauchen ist.»

Sonntag, 06.09.2020, 09:04 Uhr aktualisiert: 06.09.2020, 09:22 Uhr
Norbert Walter-Borjans, Bundesvorsitzender der SPD. Foto: Johannes Neudecker

Laschet nahm am Samstagabend an einer Festveranstaltung im Erzgebirgsstadion in Aue teil, mit der der Freistaat Sachsen sein 30-jähriges Bestehen seit der Wiedergründung 1990 feierte. Seine Teilnahme hatte im Vorfeld für Kritik gesorgt, weil in Nordrhein-Westfalen strengere Corona-Regeln für Großveranstaltungen gelten. Er selbst verteidigte seinen Besuch am Samstag: Die Regeln in Sachsen seien anders als in Nordrhein-Westfalen. «Die Infektionszahlen in Sachsen sind aber auch andere als in Nordrhein-Westfalen.» In seinem Grußwort bei der Veranstaltung sagte Laschet: «Wir sind beisammen, wir sind vorsichtig, aber wir feiern dieses besondere Ereignis».

Der Großteil der Sitze in dem Fußballstadion, das sonst bis zu 16 000 Menschen Platz bietet, blieb am Abend gemäß den Corona-Bestimmungen leer.

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