Terrorismus
Terrorverdächtiger Tadschike muss in Düsseldorf vor Gericht

Düsseldorf (dpa/lnw) - Das Düsseldorfer Oberlandesgericht hat die Anklage gegen einen terrorverdächtigen Tadschiken zugelassen. Der mutmaßliche IS-Terrorist steht vom 22. September an in Düsseldorf vor Gericht, teilte ein Sprecher am Dienstag mit. Der Generalbundesanwalt wirft dem 30-Jährigen vor, mit sechs Landsleuten im Auftrag des Islamischen Staats (IS) Anschläge in Deutschland geplant zu haben. Die Gruppe soll unter anderem vorgehabt haben, einen Islamkritiker in Neuss bei Düsseldorf zu ermorden. Der zuständige Strafsenat unter Vorsitz von Richter Jan van Lessen hat bis Mai 2021 zunächst 40 Verhandlungstage für den Fall angesetzt.

Dienstag, 08.09.2020, 16:50 Uhr aktualisiert: 08.09.2020, 17:02 Uhr
Eine Bronzeplastik der römischen Göttin der Gerechtigkeit, Justitia. Foto: Arne Dedert

Ermittler hatten die mutmaßliche Terrorzelle im April zerschlagen. Damals wurden vier Männer in Nordrhein-Westfalen festgenommen. Der Mann, um den es nun geht, saß zu diesem Zeitpunkt bereits in U-Haft. Die Bundesanwaltschaft hatte gegen ihn im Juli Anklage erhoben. Bei den anderen Beschuldigten steht dies noch aus. Ravsan B., der nun vor Gericht gestellt wird, sitzt schon seit März 2019 in Untersuchungshaft.

Um Geld für den IS zu beschaffen, soll sich der Angeklagte auch zu einem Auftragsmord in Albanien bereiterklärt haben. Das Vorhaben, für das die Gruppe 40 000 US-Dollar (knapp 35 000 Euro) bekommen sollte, scheiterte jedoch. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft bekamen die Männer unmittelbar vor der Tat Zweifel an der Identität ihrer Zielperson. Auch kurzfristig über Handys besorgte Fotos brachten keine Klarheit. Die Männer brachen die Aktion ab und reisten zurück nach Deutschland.

Nachrichten-Ticker