Brände
Camp Moria brennt: Stamp kritisiert Maas und Seehofer

Düsseldorf (dpa/lnw) - NRW-Integrationsminister Joachim Stamp hat angesichts des verheerenden Feuers im Flüchtlingscamp Moria auf der griechischen Insel Lesbos zu schneller Hilfe aufgerufen. «Es ist erbärmlich, dass die EU so lange zugeschaut hat, bis es in Moria zu dieser Eskalation gekommen ist», sagte der FDP-Politiker am Mittwoch. «Deutschland hat die Ratspräsidentschaft inne und trägt Verantwortung.» Es sei unmittelbares Handeln notwendig, um es nicht zur humanitären Katastrophe kommen zu lassen.

Mittwoch, 09.09.2020, 08:36 Uhr aktualisiert: 09.09.2020, 10:47 Uhr
Ein Feuer verbrennt behelfsmäßige Zelte im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos. Foto: Panagiotis Balaskas

Die Bundesländer hatten Hilfe angeboten, der Bund müsse nun die Koordination übernehmen. Zugleich kritisierte Stamp laut Mitteilung, Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und Außenminister Heiko Maas (SPD) seien bisher untätig geblieben. «Das muss sich sofort ändern. Wenn die EU nicht in der Lage ist, wenige Tausend Migranten menschenwürdig unterzubringen, ist das eine Bankrotterklärung der europäischen Werteordnung.»

Anfang August hatte Stamp zusammen mit Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) das größte Flüchtlingslager Griechenlands und Europas besucht und sich ein Bild von den Zuständen im völlig überfüllten Camp gemacht. Das Lager Moria steht nach dem Ausbruch mehrerer Brände in der Nacht zum Mittwoch fast vollständig in Flammen. In den frühen Morgenstunden wütete das Feuer weiter, angefacht von starken Winden. Über Verletzte oder gar Tote gab es zunächst keine Informationen.

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