Justiz
NRW-Justiz stellt sich im Kampf gegen Mafia-Gruppen neu auf

Düsseldorf (dpa/lnw) - Die nordrhein-westfälische Justiz stellt sich im Kampf gegen die Organisierte Kriminalität neu auf. Bei der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft werde die bundesweit erste operativ tätige Zentral- und Ansprechstelle für die Verfolgung Organisierter Straftaten (ZeOS) eingerichtet, sagte Justizminister Peter Biesenbach (CDU) am Mittwoch in Düsseldorf.

Mittwoch, 09.09.2020, 15:04 Uhr aktualisiert: 09.09.2020, 15:12 Uhr
Peter Biesenbach (CDU), Justizminister von Nordrhein-Westfalen. Foto: Federico Gambarini

Die ZeOS soll mit der Unterstützung von drei weiteren Schwerpunkt-Staatsanwaltschaften (Bielefeld, Bochum und Köln) herausgehobene und besonders umfangreiche Verfahren der Organisierten Kriminalität bearbeiten. Dabei gehe es auch darum, die seit 2017 geltenden neuen Möglichkeiten der Vermögensabschöpfung effektiv anzuwenden.

«Das ist großartig. Damit können wir unsere Stellenzahl im Bereich der Organisierten Kriminalität verdoppeln», sagte der Leitende Oberstaatsanwalt in Düsseldorf, Falk Schnabel. Bislang seien größere Verfahren oft aufgeteilt und auf verschiedene Behörden verteilt worden, sagte er.

Die neue Einheit werde sich auch um Geldautomaten-Sprenger, Clan-Kriminalität und internationale Rechtshilfe kümmern, kündigte der Leiter der neuen Einheit an, Oberstaatsanwalt Andreas Stüve.

Das jährliche Volumen der Organisierten Kriminalität in Deutschland werde auf 10 bis 100 Milliarden Euro geschätzt, sagte Biesenbach. Die drei Schwerpunkt-Staatsanwaltschaften seien nicht zufällig dieselben, die bereits für Wirtschaftskriminalität zuständig waren. Zwischen beiden Phänomenen gebe es eigentlich keinen richtigen Unterschied, sagte Schnabel.

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