Drei Stationen
Bundespräsident Steinmeier zu Besuch in Münster

Münster -

Es sollte ein Tag im Zeichen deutsch-niederländischer Freundschaft werden, doch Corona sorgt für eine Änderung: Bei einem Besuch des Bundespräsidenten in Münster wird der König des Nachbarlandes nicht dabei sein. Steinmeier trifft Uniklinik-Personal, Soldaten und Corona-Helfer.

Dienstag, 29.09.2020, 15:28 Uhr
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am Dienstagmorgen das Deutsch-Niederländische Korps in Münster besucht. Foto: Wilfried Gerharz

Er wollte sich bei Menschen bedanken, die in der Corona-Krise „den Laden am Laufen gehalten“ haben:  Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte deshalb am Dienstag gleich mehrere Termine in Münster. Im Fokus stand dabei die Zusammenarbeit von Deutschen und Niederländern – auf ziemlich unterschiedlichen Feldern. 

Eigentlich hatte Steinmei­er Münster gemeinsam mit dem niederländischen König Willem Alexander besuchen wollen. Doch dem machte die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung . Also kam der Bundespräsident alleine – sprach jedoch auch im Namen des Monarchen. 

„Angenehme“ Begegnung mit dem Bundespräsidenten

Erste Station: Das Uniklinikum (UKM). Steinmeier bedankte sich für die von dort aus koordinierte Versorgung niederländischer Covid-19-Patienten. „Wir haben nicht damit gerechnet, dass wir so ei­ne Anerkennung erfahren“, sagt Prof. Dr. Hugo van Aken, der ärztlicher Direktor des UKM.

Die Hilfe, die insgesamt 49 erkrankte Niederländer in NRW-Kliniken erfahren hätten, sei „nicht nur eine medizinische Großtat gewesen“, wird Steinmeier später sagen. Für ihn war sie „ein Freundschaftsbeweis in Zeiten der Not.“ Das Treffen mit Frank-Walter Steinmeier und dem niederländischen Botschafter Wepke Kingma sei „aufregend und sehr angenehm und warmherzig“ gewesen, sagt Van Aken im Nachhinein. 

Bundespräsident Steinmeier zu Besuch in Münster

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  • Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu Besuch am UKM

    Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist am Dienstag (29. September) zu Besuch in Münster.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Das Staatsoberhaupt besuchte zunächst die Uniklinik.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Dort bedankte sich Steinmeier für den Einsatz für Corona-Patienten.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Steinmeier sprach mit Ärzten und Pflegekräften, die im Frühjahr niederländische Covid-19-Patienten am UKM behandelt hatten.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Der halbstündige Besuch war gemeinsam mit dem niederländischen König Willem-Alexander geplant gewesen, der jedoch aufgrund steigender Infektionszahlen im Benelux-Nachnbarland die Reise nach Deutschland kurzfristig absagen musste.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Nach dem Besuch bei der Uniklinik...

    Foto: Matthias Ahlke
  • ...fuhr Steinmeier zum Deutsch-Niederländischen Korps.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Das ist eines von neun Nato-Hauptquartieren und das einzige auf deutschem Boden. Vor 25 Jahren wurde es ins Leben gerufen. 

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Vor einer beschlagenen Brille ist auch ein Bundespräsident nicht gefeit.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Das Deutsch-Niederländische Korps präsentierte sich mit viel Einsatz.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu Besuch beim Deutsch-Niederländischen Korps in Münster

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu Besuch beim Deutsch-Niederländischen Korps in Münster

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu Besuch beim Deutsch-Niederländischen Korps in Münster

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu Besuch beim Deutsch-Niederländischen Korps in Münster

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu Besuch beim Deutsch-Niederländischen Korps in Münster

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu Besuch beim Deutsch-Niederländischen Korps in Münster

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu Besuch beim Deutsch-Niederländischen Korps in Münster

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu Besuch beim Deutsch-Niederländischen Korps in Münster

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu Besuch beim Deutsch-Niederländischen Korps in Münster

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Nach zwei Stunden beendete Steinmeier seine Visite beim Deutsch-Niederländischen Korps. 

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Im Schlossgarten noch vier Menschen, die stellvertretend für bestimmte Berufsgruppen stehen, die in der Corona-Pandemie viel geleistet haben.

    Foto: Matthias Ahlke/Wilfried Gerharz
  • Astrid Thiele-Jèrome (Seniorenheim St. Josef Wadersloh)

    Foto: Matthias Ahlke/Wilfried Gerharz
  • Thomas Spitzer (Abfallwirtschaftsbetriebe Münster)

    Foto: Matthias Ahlke/Wilfried Gerharz
  • Nadine Kun­ter (Polizei Münster)

    Foto: Matthias Ahlke/Wilfried Gerharz
  • Andre Stepper (Edeka-Märkte Dinslaken)

    Foto: Matthias Ahlke/Wilfried Gerharz

So auch der Tenor bei den ausgewählten Ärzten und Pflegekräften, die den Dank des Bundespräsidenten persönlich entgegennehmen durften. „Die Begegnung war sehr angenehm und entspannt“, sagte die Fachkrankenschwester Katharina Demski. Steinmeier habe sich unter anderem erkundigt, wie die Kräfte vor Ort auf der operativen Intensivstation die Krise gemeistert hätten, inwieweit sie Unterstützung erhalten hatten und ob genügend Personal da gewesen sei.

Treffen mit Soldaten des Deutsch-Niederländischen Korps 

Wie aus Kooperation echte Freundschaft werden kann, zeigt die zweite Station. Es ist kurz nach neun, als die Kolonne des Staatsoberhauptes beim Deutsch-Niederländischen Korps vor. Das ist ei­nes von neun Hauptquartieren der Nato – und das einzige auf deutschem Boden. Vor nunmehr 25 Jahren wurde es ins Leben gerufen. Zum kleinen Jubiläum möchte Steinmeier gratulieren. 

Fast zwei Stunden nimmt er sich hier Zeit. Lässt sich vom Kommandierenden General, Generalleutnant An­dreas Marlow, in die Aufgaben des 1100 Mann starken Korps einführen und spricht mit Soldaten. Ob sie Erfahrungen im Ausland gesammelt hätten, will er wissen. Wie es sei, in einer Truppe zu dienen, in der Soldaten aus zwölf Nationen Dienst tun? Steinmeier ist offen und interessiert, hört zu, nimmt auf. Das Korps sei „ein Beispiel für die erfolgreiche militärische Kooperation“, sagt er.

Austausch mit Corona-Helfern

Danke auch jenen sagen, die weniger offensichtlich dazu beigetragen haben, dass die Corona-Krise bislang recht gut überstanden wurde. Auch das ist dem Präsidenten wichtig. Darum hat er Menschen eingeladen, die stellvertretend für bestimmte Berufsgruppen stehen. „Eigentlich hatten wir eine größere Veranstaltung in Berlin geplant“, sagt Steinmeier. Doch die habe coronabedingt ausfallen müssen. Daher treffe er sich an verschiedenen Orten mit kleineren Gruppen.

Mit den geladenen Gästen, Nadine Kun­ter (Polizei Münster), Thomas Spitzer (Abfallwirtschaftsbetriebe Münster), Astrid Thiele-Jèrome (Seniorenheim St. Josef Wadersloh) und Andre Stepper (Edeka-Märkte Dinslaken) spricht er über ihre Erfahrungen in der Krise, ihre Sorgen aber auch Wünsche. Alle einte die Hoffnung, dass sich positive Erfahrungen wie Solidarität und Rücksichtnahme für die Zukunft etablierten. „Sie haben in ihren unterschiedlichen Berufen vieles aufrechterhalten und das vielfach unbemerkt“, sagte Steinmeier, „dafür möchte ich Ihnen herzlich danken.“

Steinmeier schon häufiger in Münster zu Besuch

Steinmeier war bereits mehrmals als Bundespräsident in Münster zu Besuch: 2017 ließ er sich die Skulptur-Projekte zeigen , 2018 kam er zur Verleihung des Westfälischen Friedenspreises und zum Katholikentag in die Domstadt.

Erst vor knapp zwei Wochen hatte der Bundespräsident Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe - in seiner Doppelfunktion als OB und Vizepräsident des Deutschen Städtetages - zu einer Kurzreise nach Italien mitgenommen. Dort wurde eine Klimapartnerschaft 

Deutschlands Bundespräsidenten seit 1949

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    Die bisherigen Bundespräsidenten (l-r, o-u) Theodor Heuss (1949-1959), Heinrich Lübke (1959-1969), Gustav Heinemann (1969-1974), Walter Scheel (1974-1979), Karl Carstens (1979-1984), Richard von Weizsäcker (1984-1994), Roman Herzog (1994-1999), Johannes Rau (1999-2004), Horst Köhler (2004-2010), Christian Wulff (2010-2012), Joachim Gauck (2012-2017) und der amtierende Bundespräsident Frank Walter Steinmeier (unten rechts).

    Foto: dpa
  • Theodor Heuss war der erste Bundespräsident (1949 bis 1959).

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  • Heinrich Lübke war von 1959 bis 1969 Bundespräsident.

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  • Gustav Heinemann war von 1969 bis 1974 Bundespräsident.

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  • Walter Scheel war von 1974 bis 1979 Bundespräsident.

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  • Karl Carstens war von 1979 bis 1984 Bundespräsident.

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  • Richard von Weizsäcker war von 1984 bis 1994 Bundespräsident.

    Foto: Bernd Settnik
  • Roman Herzog (l.) war von 1994 bis 1999 Bundespräsident.

    Foto: dpa
  • Johannes Rau war von 1999 bis 2004 Bundespräsident.

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  • Horst Köhler war von 2004 bis 2010 Bundespräsident.

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  • Christian Wulff war von 2010 bis 2012 Bundespräsident.

    Foto: Hannibal Hanschke
  • Joachim Gauck (links) war von 2012 bis 2017 Bundespräsident. Sein Nachfolger wurde Frank Walter Steinmeier (rechts).

    Foto: dpa

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