Chemie
Mauer Ausblick auf 2021: Bayer-Aktie knickt ein

Frankfurt/Main (dpa) - Die Anleger haben am Donnerstag einen mauen Ausblick von Bayer für 2021 mit einem Kursrutsch quittiert. Mit 46,56 Euro kosteten die Papiere des Dax-Konzerns kurz nach Handelsstart zwischenzeitlich über 12 Prozent weniger als tags zuvor. Sie näherten sich damit auf dem niedrigsten Niveau seit März dem Tiefpunkt aus dem Corona-Crash bei 44,86 Euro. Zuletzt setzte eine leichte Kurserholung ein.

Donnerstag, 01.10.2020, 10:35 Uhr aktualisiert: 01.10.2020, 10:42 Uhr
Das Bayer Werk in Leverkusen, fotografiert vom Rheinufer in Köln. Foto: Oliver Berg

Am Mittwoch hatte der Pharma- und Agrarchemiekonzern nach Börsenschluss mitgeteilt, dass für das Jahr 2021 ein Umsatz in etwa auf dem Niveau von 2020 zu erwarten sei. Beim währungsbereinigten Ergebnis pro Aktie sei mit einem Rückgang zu rechnen. Den gesenkten Ausblick für dieses Jahr bestätigte Bayer. Besonders in der Agrarbranche hätten sich in der Corona-Krise die Wachstumserwartungen reduziert, hieß es weiter. Diese Situation werde sich voraussichtlich in nächster Zeit nicht ändern. Die direkten Auswirkungen der Pandemie würden hier tiefgreifender sein als zunächst erwartet.

Bayer will noch mehr sparen. Ab 2024 sollen zusätzlich mehr als 1,5 Milliarden Euro pro Jahr an Kosten wegfallen. Dies sei nötig, um in einem anhaltend herausfordernden Marktumfeld bestehen zu können. Dabei sei auch ein weiterer Abbau von Arbeitsplätzen möglich, hieß es.

Mit Stephen McGarry von der Investmentbank HSBC und Peter Verdult von der Citigroup strichen inzwischen bereits zwei Analysten ihre Kaufempfehlungen und stampften ihre Kursziele deutlich ein. Mit dem prozentual zweistelligen Abschlag am Donnerstag büßte die Bayer-Aktie seit Ende des vergangenen Jahres 35 Prozent ein. Der Titel ist damit nach MTU der zweitschwächste Dax-Titel in diesem Jahr.

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