Stahl
Laschet: Thyssen-Staatseinstieg «nicht auf der Tagesordnung»

Berlin (dpa) - Ein Einstieg des Staates bei der kriselnden Stahlsparte von Thyssenkrupp ist für den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) derzeit kein Thema. «Thyssenkrupp ist und bleibt eine ernste Situation», sagte Laschet am Dienstag in Berlin. Aktuell gehe es aber darum, das Unternehmen beim Übergang zur Produktion von grünem Stahl mit Hilfe von Wasserstoff zu unterstützen. «Deshalb stehen staatliche Beteiligungen derzeit nicht auf der Tagesordnung», sagte Laschet.

Dienstag, 06.10.2020, 11:34 Uhr aktualisiert: 06.10.2020, 11:42 Uhr
Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen. Foto: Wolfgang Kumm

Die Stahlsparte von Thyssenkrupp schreibt tiefrote Zahlen. Überkapazitäten auf den Stahlmärkten sowie ein Nachfrageeinbruch drücken aufs Geschäft. Zudem sind Milliardeninvestitionen erforderlich. Konzernchefin Martina Merz ist deshalb auf der Suche nach einem Partner für die Stahlproduktion. «Es gibt keine Denkverbote», hatte sie betont.

Die IG Metall hat sich für einen Einstieg des Staates beim Stahlbereich von Thyssenkrupp ausgesprochen. Das Unternehmen sei in NRW «systemrelevant», hatte der nordrhein-westfälische Bezirksleiter der IG Metall, Knut Giesler, gesagt. Es gehe um mehr als 100 000 Arbeitsplätze, die insgesamt am Stahl hingen. Deshalb sei die Politik in der Verantwortung. Auch Laschet hatte die Stahlindustrie als «systemrelevant» bezeichnet.

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