Verkehr
Schwebebahn-Schäden: Schmiersystem unter Verdacht

Wuppertal (dpa/lnw) - Für die mysteriösen Schäden an der Wuppertaler Schwebebahn könnte nach Angaben der Stadtwerke unter anderem das Schmiersystem verantwortlich sein. «Es funktioniert nicht einwandfrei», sagte ein Sprecher der Stadtwerke am Dienstag. Das Schmiersystem der neuen Schwebebahnen fettet Räder und Schienen bei der Fahrt. Zudem könne es weitere Ursachen für die Schäden geben.

Dienstag, 06.10.2020, 13:39 Uhr aktualisiert: 06.10.2020, 13:52 Uhr
Eine Schwebebahn fährt über der Kaiserstraße in Vohwinkel entlang. Foto: Jonas Güttler

Weiterhin geht man in Wuppertal der Vermutung nach, dass die Corona-Pandemie etwas mit der einseitigen Abnutzung zu tun haben könnte. Durch die fast leeren Wagen im Frühjahr hingen diese schräg und könnten dadurch das Metall verschoben haben.

Anwohner wunderten sich über die ungewöhnlich lauten Wagen. Vibrationen nahmen zu. Statt nach einem Jahr und 60 000 Kilometern waren die Räder der Bahn bereits nach vier Monaten und 20 000 Kilometern verschlissen. Die Schäden an den Schienen stiegen sprunghaft an.

Seit August schwebt die Schwebebahn an Werktagen nur zu Testfahrten. Mehrere Expertenteams versuchen zu klären, wie es zu der Serie von Schäden am 120 Jahre alten Verkehrsmittel gekommen ist. Zudem testen die Stadtwerke ein verändertes Radprofil.

Aktuell können nur weniger als die Hälfte der 29 Schwebebahnen eingesetzt werden, deswegen reicht es nur zum Wochenendbetrieb. Die gut 13 Kilometer lange Strecke ist nicht nur Wahrzeichen und Touristenattraktion, sondern das Rückgrat des Nahverkehrs der dicht bebauten Industriestadt.

Normalerweise nutzen täglich mehr als 80 000 Menschen die Schwebebahn. Vor vier Jahren war eine 122 Millionen Euro teure neue Wagenflotte in Betrieb gegangen.

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