Kriminalität
LKA: Wirtschaftskriminalität 2019 auf niedrigem Stand

Bevor durch die Corona-Krise und den Betrug mit Soforthilfen Wirtschaftskriminalität wieder ein riesiges Thema wurde, gingen die Zahlen 2019 zurück. Das ergibt eine neue Statistik der Ermittler. Sie wissen aber auch, dass es eine hohe Dunkelziffer gibt.

Mittwoch, 07.10.2020, 14:19 Uhr aktualisiert: 07.10.2020, 14:32 Uhr
Ein Schild weist auf das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen hin. Foto: Federico Gambarini

Düsseldorf (dpa/lnw) - Die Fälle im Bereich Wirtschaftskriminalität in NRW sind im Jahr 2019 mit 6602 Delikten auf den niedrigsten Wert seit 1992 gesunken. Gleichzeitig machte der Schaden von rund 466 Millionen Euro mehr als ein Drittel des Gesamtschadens aller Straftaten im Land aus. Das geht aus dem neuen Lagebild Wirtschaftskriminalität des Landeskriminalamts (LKA) hervor.

Auch wenn die Schadensumme 2019 im Vergleich zum Vorjahr um knapp 24 Prozent stieg, lag sie auf dem zweitniedrigsten Wert seit 2010. Das LKA führt das unter anderem auf Aufklärung und Prävention zurück. Gleichzeitig wissen die Ermittler, dass es wohl eine hohe Dunkelziffer gibt. So werde zum Beispiel im Bereich Anlagebetrug nicht jedes Vergehen angezeigt.

Im Jahr 2019 registrierten die Polizeibehörden 4330 Tatverdächtige bei Delikten der Wirtschaftskriminalität. Die Ermittler klärten 5829 Straftaten auf - was einer Quote von 88,29 Prozent entspricht. Der durchschnittliche Schaden pro Delikt beträgt 70 637 Euro.

Einen starken Zuwachs gab es bei Fällen von Anlagebetrug. «Ursächlich für diese Entwicklung könnte die anhaltende Niedrigzinsphase sein», so das LKA. «Es ist anzunehmen, dass die Bereitschaft potenzieller Anleger für Investitionen in Risikoanlagegeschäfte zunimmt.» Dabei gerate man - gerade im Internet - aber schnell an den Falschen.

Beim «Tatmittel Internet» erfasste die Polizei im vergangenen Jahr 724 Fälle im Bereich der Wirtschaftskriminalität. Wesentlich weniger als 2018 - und vermutlich nur ein Bruchteil von dem, was in der Statistik für 2020 stehen wird. Denn alleine wegen Fake-Internetseiten zur Corona-Soforthilfe hatten die Behörden im Mai schon mehr als 1000 Anzeigen erfasst, wie es damals in einem Bericht des Justizministers an den Landtag hieß.

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