Streiks
Warnstreik im Nahverkehr: Einschränkungen für Autofahrer

Ohne Bus und Bahn müssen Berufspendler am Donnerstag zur Arbeit kommen. Der Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr in NRW sorgt für volle Straßen in den Großstädten. Die Gewerkschaft zeigte sich am Morgen zufrieden.

Donnerstag, 08.10.2020, 08:55 Uhr aktualisiert: 08.10.2020, 09:02 Uhr
Keine Straßenbahn verkehrt am Bahnhof. Foto: Frank Rumpenhorst

Düsseldorf/Köln/Dortmund (dpa/lnw) - Wegen des Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr in Nordrhein-Westfalen müssen Pendler am Donnerstagmorgen besonders in den Großstädten mit vollen Straßen und Verkehrsbehinderungen rechnen. Seit dem frühen Morgen fallen überall im Land Busse und Bahnen aus. Nach einer Übersicht des Landesbetriebs Straßen.NRW müssen Autofahrer in Köln deshalb auf vielen Straßen 10 bis 20 Minuten mehr Zeit einplanen. Auch in Düsseldorf müssen sich Pendler auf Verspätungen von meist zehn Minuten einstellen.

Verdi hatte für Donnerstag zu einem flächendeckenden Warnstreik in NRW aufgerufen. Busse und Stadtbahnen sollen in den Depots bleiben. Gestreikt werden soll von Betriebsbeginn bis Betriebsende. S-Bahnen und Regionalzüge sind nicht betroffen.

«Wir haben eine gute Streikbeteiligung», betonte Peter Büddicker, Verdi-Fachbereichsleiter in NRW. Er erwarte, dass im Tagesverlauf 12 000 bis 13 000 Kollegen streiken werden.

«In Dortmund steht alles still», sagte Kirsten Rupieper von Verdi am frühen Morgen. Seit Betriebsbeginn gegen 3.00 Uhr fahre für 24 Stunden kein Bus und keine Bahn. Die Verkehrsabteilung der Dortmunder Stadtwerke (DSW21) sei komplett im Streik, so Rupieper.

Auch in Köln begann der Streik im Nahverkehr wie geplant. Die Kölner Verkehrs-Betriebe seien komplett dicht, teilte Verdi mit. Mit Schichtbeginn gegen 3.30 Uhr sei auch der Streik bei der Rhein-Erft-Verkehrsgesellschaft gestartet, die zum ersten Mal dabei sei. Dort wurde erwartet, dass etwa die Hälfte der Mitarbeiter die Arbeit am Donnerstag niederlegt.

Hintergrund der Warnstreiks ist die Forderung des Verdi-Bundesverbands nach einer bundesweit einheitlichen Tarifregelung für die rund 87 000 Beschäftigten im ÖPNV. Tarife im Nahverkehr werden derzeit in den 16 Bundesländern einzeln ausgehandelt. Weil sich deshalb die Arbeitsbedingungen in den jeweiligen Regionen aus Sicht der Gewerkschaft zu weit auseinander entwickelt haben, sollen die regionalen Regelungen um eine bundesweite ergänzt werden.

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