Polizei ermittelt
Grell-bunte und verletzte Taube gefunden

Hamm -

Zuerst dachte sie, einen Papagei im Gebüsch entdeckt zu haben, doch dann wurde der Spaziergängerin klar: Da liegt eine grell bunt eingefärbte Taube - und sie ist in einem schlechten Zustand. Nun suchen Polizei und Tierrechtler nach dem mutmaßlichen Tierquäler.

Donnerstag, 08.10.2020, 05:40 Uhr aktualisiert: 08.10.2020, 16:02 Uhr
Eine bunt gefärbte Taube liegt auf einem Handtuch. Foto: Silke Riedel

Hamm (dpa/lnw) - Eine grell-bunt gefärbte und verletzte Taube gibt Polizei und Tierschützern in Hamm Rätsel auf. Eine Spaziergängerin hatte den Vogel vor etwas mehr als einer Woche in einem Gebüsch gefunden. «Ich dachte erst, es ist ein Papagei, aber dann stellte ich fest, dass jemand das arme Tier bunt gefärbt haben muss», sagte die Finderin Silke Riedel der Deutschen Presse-Agentur. «Wer macht denn sowas?» Das gesamte Gefieder des noch dazu verletzten Tieres sei mit einer nicht abwaschbaren Farbe angemalt: Rosa sind Kopf, Rumpf und Schwanz, ein Flügel ist blau, der andere grün. Der «Westfälische Anzeiger» hatte zuvor berichtet.

Riedel erstattete Anzeige bei der Polizei, die bereits die Ermittlungen aufgenommen hat, wie ein Sprecher sagte. Den Vogel übergab sie den Mitarbeiter des Stadttaubenprojektes Wesel-Hamm, die unter anderem verletzte Tauben päppeln.

Sie sei entsetzt gewesen über den Zustand des Tieres, sagte die dortige Vogelschützerin Jutta Mir Haschemi-Röben. Ein Tierarzt habe einen Beckenbruch festgestellt, außerdem hatte die Taube Darmparasiten, die auf eine schlechte Haltung hinwiesen. «Es geht ihr noch nicht wirklich viel besser. Sie ist sehr unruhig, so dass der Bruch nur schwer heilen kann», sagte Mir Haschemi-Röben.

Unklar sei, was hinter der Färbung stecke. Inzwischen habe sie recherchieren können, dass es in Spanien gefärbte Brieftauben gebe. Diese seien allerdings nicht komplett eingefärbt, zudem handele es sich bei dem bunten Findling aus Hamm nicht um eine Brieftaube.

Der Vorfall hat auch die Tierrechtsorganisation Peta auf den Plan gerufen: Für Hinweise, die den Tierquäler überführen, hat Peta eine Belohnung von 1000 Euro ausgelobt, wie es in einer Mitteilung hieß.

 

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