Geschichte
Kriegsgefangenenlager Stalag 326: Land erinnert an Befreiung

Schloß Holte-Stukenbrock (dpa/lnw) - 75 Jahre nach der Befreiung des Kriegsgefangenenlagers Stalag 326 in Schloß Holte-Stukenbrock haben Vertreter des Landes Nordrhein-Westfalen am Freitag der zahlreichen Opfer gedacht. Ministerpräsident Armin Laschet und Landtagspräsident André Kuper (beide CDU) erinnerten vor rund 100 Gästen an das Leid der rund 300 000 meist sowjetischen Kriegsgefangenen, die von 1941 bis 1945 in dem Lager am Rande des Teutoburger Waldes festgehalten wurden. Rund 65 000 von ihnen sollen in der Senne gestorben sein.

Freitag, 09.10.2020, 17:09 Uhr aktualisiert: 09.10.2020, 17:22 Uhr

«Dieser Ort ist mit einem Auftrag an uns alle verbunden: die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus bewahren, die Verbrechen weiter aufarbeiten und, wann immer notwendig, unser Wort gegen menschenfeindliche Ideologie erheben», sagte Kuper laut Mitteilung bei der Feier.

«Auch 75 Jahre nach dem Ende des Krieges sind wir aufgerufen, die Erinnerung daran wachzuhalten und in den Schatten hineinzuleuchten. Wir sind es den Opfern aus der damaligen Sowjetunion schuldig, die in Folge mangelhafter Ernährung, Versorgung und Unterbringung sowie der ausbeuterischen Arbeitseinsätze ums Leben kamen, ihren Angehörigen und allen, die die Gräuel überlebt haben», sagte Laschet. Die Urenkelin eines russischen Gefangenen aus Moskau erzählte bei der Veranstaltung ihre Familiengeschichte. Ihr Urgroßvater galt lange als verschollen und war in Schloß Holte-Stukenbrock gestorben.

Die Gedenkfeier war ursprünglich im April 2020 geplant und wegen Corona verschoben worden. US-Soldaten hatten das Lager am 2. April 1945 befreit. Es war eines der größten Lager auf dem Gebiet des Deutschen Reiches.

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