Prozesse
Lebenslange Haft für versuchten Mord an Neusser Hausmeister

Düsseldorf (dpa/lnw) - Für den versuchten Mord an einem Hausmeister in Neuss ist ein 42 Jahre alter Hochhausbewohner zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Düsseldorfer Landgericht ging mit dem Urteil über das von der Anklage geforderte Strafmaß hinaus. Das Opfer werde lebenslang unter den Folgen der Messerattacke leiden, sagte Richter Rainer Drees am Freitag. Der 52-jährige Familienvater ist seitdem querschnittgelähmt und sitzt im Rollstuhl.

Freitag, 09.10.2020, 17:43 Uhr aktualisiert: 09.10.2020, 17:52 Uhr
Eine Figur der Justitia steht vor einem Gerichtsgebäude. Foto: Stefan Puchner

Der Hausmeister war bei dem brutalen Angriff lebensgefährlich verletzt worden. 42 Mal wurde auf ihn eingestochen, die wuchtig ausgeführten Stiche zertrümmerten Hals- und Brustwirbel. Als er völlig überraschend von hinten angegriffen worden sei, habe er gerade eine Notausgangsleuchte repariert, hatte der Hausmeister ausgesagt.

Der 42-Jährige hat die Tat bis zuletzt bestritten. Sein Verteidiger hatte Freispruch für den Polen beantragt. Die Staatsanwaltschaft forderte wegen der Tatumstände und «der verheerenden Folgen für das Opfer» 14 Jahre Haft.

Nach Überzeugung des Gerichts waren der Tat in den Monaten zuvor Streitigkeiten des Bewohners mit dem Hausmeister vorangegangen. Das Opfer hatte den Angeklagten im Prozess als Täter identifiziert. Er und andere Hausbewohner hätten mit dem Mieter wiederholt Ärger gehabt.

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