Gesundheit
Strenge Corona-Regeln in Großstädten in NRW

In der Corona-Pandemie steigt die Zahl der Neuansteckungen in NRW weiter deutlich. Das hat Folgen: Vor allem in den Großstädten gibt es neue Einschränkungen für das öffentliche Leben. Und Millionen NRW-Bürger bekommen Probleme mit ihrem Herbsturlaub.

Samstag, 10.10.2020, 08:50 Uhr aktualisiert: 10.10.2020, 09:02 Uhr
Menschen mit Mund- und Nasenschutz gehen durch die Innenstadt. Foto: Sebastian Gollnow

Köln (dpa/lnw) - In der Corona-Pandemie gelten in Nordrhein-Westfalen jetzt sieben Regionen als Risikogebiet - darunter die Millionenstadt Köln. In der Domstadt war die wichtige Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen am Samstag überschritten worden. Das nordrhein-westfälische Landeszentrum Gesundheit (LZG) gab den Wert für Köln mit 54,8 an. Die Stadtverwaltung ordnete zahlreiche Einschränkungen für das öffentliche Leben an. Andere Großstädte wie Düsseldorf, Essen und Duisburg liegen noch knapp unter der wichtigen 50er Marke.

Landesweit steckten sich laut LZG 32,4 Menschen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen mit dem Coronavirus an. Das waren noch einmal 3,8 mehr als am Vortag. NRW hat seit Tagen die höchsten Ansteckungsraten aller deutschen Flächenländer. Das LZG sammelt die NRW-Zahlen für die offizielle bundesweite Statistik des Robert Koch-Instituts.

Spitzenreiter war am Samstag die Stadt Herne mit 66,5 Neuansteckungen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen. Die Stadt Hamm, die mehrere Wochen lang auch bundesweit an der Spitze aller Kreise und kreisfreien Städte gestanden hatte, kam noch auf einen Wert von 64,5. Dahinter folgten Wuppertal (55,2), Hagen (55,1), Köln (54,8), Recklinghausen (52,3) und Remscheid (51,2).

Das Überschreiten der 50er-Marke hat Auswirkungen etwa für Urlauber, die jetzt in den Herbstferien in mehreren deutschen Ferienregionen einen negativen Corona-Test vorweisen müssen. Zudem sind die Regionen ab diesem Wert verpflichtet, weitergehende Einschränkungen für das öffentliche Leben zu erlassen.

In Köln darf nun auf Straßen und Plätzen abends ab 22.00 Uhr kein Alkohol mehr konsumiert werden. An den Wochenenden gilt an Party-Hotspots ein Verkaufsverbot für Alkohol. Außerdem dürfen sich nur noch bis zu fünf Personen aus verschiedenen Haushalten in der Öffentlichkeit treffen - bisher waren es zehn. In Fußgängerzonen müssen die Menschen Masken tragen. Eine Sperrstunde wie in Berlin werde zunächst aber nicht eingeführt, hatte Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) am Freitag betont. Für Feiern in angemieteten Räumen gelten strenge Grenzen. «Von Feiern in der eigenen Wohnung raten wir dringend ab», hatte Reker gesagt. Mehr als zehn Menschen sollten dort nicht zusammenkommen.

Von den insgesamt 53 Kreisen und kreisfreien Städten in NRW haben zehn weitere die sogenannte Vorwarnstufe von 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Darunter sind Großstädte wie Essen (47,4), die Landeshauptstadt Düsseldorf (44,5) und Duisburg (43,7).

Auch in Düsseldorf gibt es wegen der steigenden Corona-Zahlen wieder mehr Beschränkungen. In öffentlichen Gebäuden, Schulen und Kitas gilt eine Maskenpflicht. In Bereichen mit vielen Menschen, etwa der Altstadt, in Einkaufsstraßen und am Hauptbahnhof, wird das Tragen einer Maske empfohlen. Feiern außer Haus dürfen nur noch mit maximal 50 Gästen stattfinden.

An der Entwicklung in den Ballungsräumen zeige sich, «ob wir die Pandemie in Deutschland unter Kontrolle halten können oder ob uns die Kontrolle entgleitet», hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Freitag in Berlin nach einer Videokonferenz mit Spitzenvertretern der elf größten deutschen Städte gesagt. Darunter waren auch Köln, Düsseldorf, Dortmund und Essen aus NRW.

Auch die Ruhrgebietsstadt Essen könnte am Wochenende den 50er-Schwellenwert erreichen, hatte Oberbürgermeister Thomas Kufen (CDU) gesagt.

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