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Prozess um tödlichen Schuss auf SEK-Beamten beginnt

Bei einer geplanten Wohnungsdurchsuchung fallen Schüsse. Ein SEK-Beamter stirbt. Am Freitag beginnt in Essen der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter. Die Anklage lautet auf Mord.

Freitag, 23.10.2020, 01:50 Uhr aktualisiert: 23.10.2020, 02:22 Uhr
Eine Statue der Justitia hält die Waage. Foto: Peter Steffen

Essen (dpa/lnw) - Am Essener Schwurgericht beginnt am Freitag (9.00 Uhr) der Prozess um den mutmaßlichen Mord an einem SEK-Polizisten. Angeklagt ist ein 29-jähriger Mann aus Gelsenkirchen. Er soll im vergangenen April auf den Beamten des Spezialeinsatzkommandos geschossen haben. Der Schuss traf den 28-Jährigen in die Seite und verletzte Herz und Lunge.

Die Polizei war am Morgen des 29. April 2020 an der Gelsenkirchener Wohnung des Angeklagten aufgetaucht. Sie wollte einen Durchsuchungsbeschluss vollstrecken, der im Rahmen eines Drogen-Ermittlungsverfahrens erlassen worden war. Weil es laut Anklage jedoch Hinweise darauf gab, dass der mutmaßliche Drogendealer Waffen besitzen könnte, wurde ein SEK hinzugezogen.

Laut Anklage schoss der 29-jährige Deutsche zweimal, nachdem seine Wohnungstür mit einer Ramme gewaltsam geöffnet worden war. Anschließend flüchtete er ins Badezimmer, wo er widerstandslos festgenommen werden konnte. Der verletzte Polizist hatte keine Chance. Er starb unmittelbar nach der Tat. In der Wohnung des 29-Jährigen stellten die Beamten später rund 1,4 Kilo Marihuana sicher.

Das Essener Schwurgericht hat für den Prozess zunächst acht Verhandlungstage bis zum 17. Dezember vorgesehen. Im Falle einer Verurteilung wegen Mordes droht dem Angeklagten lebenslange Haft.

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