Kriminalität
Missbrauchsfall: Staatsanwaltschaft klagt weitere Taten an

Münster (dpa) - Im Fall des schweren Kindesmissbrauchs von Münster hat die Staatsanwaltschaft weitere Vorwürfe gegen zwei Beschuldigte erhoben. Die Auswertung eines zuvor verschlüsselten Mobiltelefons habe drei zusätzliche Taten ans Licht gebracht, die nun einem bereits gesondert Angeklagten 50-Jährigen aus Hannover sowie dem Hauptangeklagten aus Münster zur Last gelegt werden, teilte die Staatsanwaltschaft am Montag mit.

Montag, 02.11.2020, 11:43 Uhr aktualisiert: 02.11.2020, 11:52 Uhr

So soll der 27-Jährige den Sohn seiner Lebensgefährtin im Juni und November 2019 in eine Wohnung nach Hannover gebracht haben, wo der 50-Jährige ihn dann missbraucht haben soll. In einem weiteren neu bekannt gewordenen Fall soll der Hauptangeklagte seinen Ziehsohn selbst vergewaltigt haben. Gegen beide laufen bereits Verfahren wegen ähnlicher Vorfälle.

In dem Missbrauchskomplex wirft die Staatsanwaltschaft Münster mindestens acht Beschuldigten vor, sich in wechselnden Konstellationen an mehreren Kindern vergangen zu haben. Angeklagt ist auch die Mutter des Hauptangeklagten, weil sie von den Taten gewusst haben soll. Sehr häufig wurde der Ziehsohn des Hauptangeklagten Opfer. Der 27-Jährige aus Münster soll ihn immer wieder anderen Männern für sexualisierte Gewaltaten überlassen und ihn auch selbst vergewaltigt haben.

Der größte Prozess ab 12. November gegen gleich fünf Angeklagte wird sich vor allem um das schreckliche Geschehen in einer Gartenlaube in Münster drehen, wo vier Männer über mehrere Tage hinweg zwei Jungen im Alter von zehn und fünf schwer missbraucht haben sollen.

Nachrichten-Ticker