Bildung
Bibliotheken in NRW bleiben geöffnet: Trotz hoher Fallzahlen

Dortmund (dpa/lnw) - Von den Corona-Zwangsschließungen im November sind in Nordrhein-Westfalen fast alle kulturellen Einrichtungen betroffen - eine große Ausnahme bilden die Büchereien. «Der ganz überwiegende Teil der öffentlichen Bibliotheken hat geöffnet», sagte Susanne Larisch vom Verband der Bibliotheken des Landes NRW am Montag auf Anfrage. «Wir freuen uns sehr, dass die Landesregierung auf Bildung setzt und die Bibliotheken als systemrelevant angesehen werden und offen bleiben dürfen.» Veranstaltungen seien aber meistens abgesagt. Auch hätten einige ihre Öffnungszeiten zurückgefahren, um ihr Hygienekonzept anzupassen. Extrem nachgefragt seien derzeit E-Medien wie E-Books oder E-Hörbücher, die online heruntergeladen werden könnten.

Montag, 02.11.2020, 15:26 Uhr aktualisiert: 02.11.2020, 15:34 Uhr
Eine Mitarbeiterin sortiert Reiseführer in einer Bibliothek. Foto: Hauke-Christian Dittrich

Die Bibliotheken bleiben auch in Städten mit vielen Infizierten geöffnet, etwa in Köln. Die Anzahl der ausleihbaren Medien pro Nutzer sei erhöht worden, teilte eine Sprecherin der Stadt Köln mit. «Darüber hinaus gibt es ein digitales Angebot, dass zur Verfügung steht - von E-Books bis hin zu Filmen und Fortbildungsmöglichkeiten.» Veranstaltungen gebe es allerdings keine. Selbst in der Stadt Herne, die am Montag laut RKI die mit 287 Fällen pro 100 000 Einwohner NRW-weit höchsten Sieben-Tage-Fallzahlen hatte, bleiben die Bibliotheken für die Ausleihe geöffnet. Leseplätze gebe es allerdings keine, sagte ein Stadtsprecher.

Auch in Essen bleiben Zentralbibliothek und die Stadtteilbibliotheken geöffnet - einschließlich zahlreicher Arbeitsplätze in den Räumen der Zentralbibliothek, wie Bibliotheksdirektorin Anja Flicker sagte. Bereits in den vergangenen Monaten seien die Arbeitsplätze gut ausgelastet gewesen, vor allem durch Schüler und Studierende. Gruppenarbeitsplätze gebe es aber nun keine mehr. Für Familien gebe es allerdings zwei Familientische, an denen Familien nach telefonischer Anmeldung etwa Spiele ausprobieren könnten.

Auch in Düsseldorf bleiben einige Stadtbüchereien geöffnet, allerdings nicht alle. Neun Stadtteilbüchereien wurden vergangene Woche geschlossen, weil die Mitarbeiter bei der Kontaktpersonen-Nachverfolgung aushelfen müssen.

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