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Delfin-Weibchen bringt weibliches Jungtier zur Welt

Ein kleines Delfin-Mädchen ist vor ein paar Wochen in Duisburg zur Welt gekommen. Nach der Geburt haben Delfine noch kein Immunsystem. Die Tierpfleger behalten das Tier intensiv im Auge.

Dienstag, 03.11.2020, 16:07 Uhr aktualisiert: 03.11.2020, 16:22 Uhr
Ein Delfin-Weibchen schwimmt mit ihrem Neugeborenen im Becken des Duisburger Zoos. Foto: Daniel Tomczak/DVV

Duisburg (dpa/lnw) - Delfinnachwuchs im Duisburger Zoo: Ein 28 Jahre altes Delfinweibchen namens Delphi hat Ende September ein weibliches Jungtier zur Welt gebracht. Die Geburt sei reibungslos verlaufen, auch Delphi verhalte sich vorbildlich, teilte der Zoo am Dienstag mit. Direkt nach der Geburt habe die Mutter Kontakt zu ihrem Jungtier aufgenommen und den Nachwuchs an die Wasseroberfläche begleitet, wo er einen ersten, tiefen Atemzug gemacht habe. Einen Namen hat das Jungtier noch nicht. Er solle aber mit «D» beginnen, sagte Zoosprecher Christian Schreiner.

Schon Delphi wurde in Duisburg geboren. Sie gilt laut Zoo als erfahrenes Muttertier, das in den vergangenen Jahren bereits drei Jungtiere erfolgreich aufgezogen hat. «Ihre Töchter Dörte (2011) und Debbie (2015) leben noch heute in der gewachsenen Familiengruppe am Kaiserberg.» Vater des Jungtiers ist der über 40 Jahre alte Ivo, der auch in Duisburg lebt. Insgesamt leben damit acht Delfine im Duisburger Delfinarium. Sie gehören zur Delfinart Großer Tümmler.

«Die Aufzucht von Großen Tümmlern ist eine besondere Herausforderung, denn Jungtiere kommen ohne Immunsystem auf die Welt», sagte ein Sprecher. Antikörper zur Abwehr von Infekten erhielten neugeborene Delfine ausschließlich über die Muttermilch, bis das eigene Immunsystem ausgebildet sei. Die ersten Lebenswochen des kleinen Tümmlers würden besonders intensiv von den Tierpflegern beobachtet. Säugefrequenzen, Atemzeiten sowie Verhaltensweisen zwischen Mutter und Jungtier würden erfasst. «Die gesammelten Daten erweitern das Wissen über Delfine und werden der internationalen Fachwelt zur Verfügung gestellt.»

Die Haltung von Delfinen ist allerdings umstritten. Der Deutsche Tierschutzbund etwa geht davon aus, dass die Tiere in Gefangenschaft leiden. Eine art- und verhaltensgerechte Unterbringung der sensiblen Meerestiere in Gefangenschaft sei nicht möglich, heißt es in einer Veröffentlichung im Internet. Die im Vergleich zu ihrem natürlichen Lebensraum winzigen Becken böten den Tieren nur wenig Rückzugsmöglichkeiten und Bewegungsfreiraum. Auch bedeute der andauernde Lärm von Unterwasserpumpen Stress für die Tiere. In Deutschland werden außer in Duisburg nur noch in Nürnberg Delfine gehalten.

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