Kriminalität
Hessen, Rheinland-Pfalz und NRW: Razzien wegen Schwarzarbeit

Koblenz/Gießen (dpa) - Wegen organisierter Schwarzarbeit haben Zoll- und Steuerfahnder am Mittwoch 73 Wohnungen und Geschäftsräume in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Hessen durchsucht. Wie die Behörden mitteilten, wurden sechs Beschuldigte festgenommen. Sie sollen am Mittwoch der Ermittlungsrichterin vorgeführt werden. Gegen sie lagen bereits Haftbefehle vor.

Mittwoch, 04.11.2020, 14:50 Uhr aktualisiert: 04.11.2020, 15:02 Uhr
Ein Blaulicht leuchtet an einer Polizeistreife. Foto: Lino Mirgeler

Bei den Durchsuchungen sei Bargeld in sechsstelliger Höhe sichergestellt worden. Bei einem Beschuldigten wurde den Angaben zufolge eine Schusswaffe gefunden, für die er die erforderliche Erlaubnis nicht besitzen soll. Zudem hätten die Beamten Vermögenswerte gesichert und Bankkonten gepfändet. Die Behörden waren mit rund 500 Kräften im Einsatz.

Zwei der Festgenommenen aus dem Raum Koblenz sollen seit 2015 gewerbsmäßig mit Hilfe von Servicefirmen Scheinrechnungen in großem Umfang erstellt haben, denen keine Leistungen zugrunde lagen. Gegenstand solcher Rechnungen sind den Angaben zufolge angebliche Subunternehmer-Arbeiten. Dadurch sollen ein 75 Jahre alter Mann und eine 63 Jahre alte Frau es ihren Auftraggebern ermöglicht haben, Schwarzarbeit in der Baubranche zu verschleiern und zu finanzieren.

Die von den beiden Beschuldigten betriebenen Firmen hätten ihren formellen Sitz in Limburg an der Lahn, tatsächlich befänden sich die Büroräume in einer Kleinstadt im Landkreis Neuwied. Der den beiden Betreibern der Servicefirmen zur Last gelegte Gesamtschaden soll bei rund 30 Millionen Euro liegen. Die Ermittlungen dauern an.

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