Prozesse
Tödliche Auseinandersetzung: Angeklagter schweigt

Ein 39-jähriger Mann steht wegen Körperverletzung mit Todesfolge vor Gericht. Er soll einen Bekannten auf offener Straße mit Schlägen und Tritten getötet haben. Zu den Vorwürfen will er sich nicht äußern.

Donnerstag, 05.11.2020, 14:50 Uhr aktualisiert: 05.11.2020, 15:02 Uhr
Eine Statue der Justitia wird von der Sonne angestrahlt. Foto: Frank Rumpenhorst

Dortmund (dpa/lnw) - Der gewaltsame Tod eines 41-jährigen Mannes in Dortmund beschäftigt seit Donnerstag das Dortmunder Schwurgericht. Ein 39 Jahre alter Bekannter des Opfers ist wegen Körperverletzung mit Todesfolge angeklagt. Er soll den Mann in der Nacht auf den 16. Mai vor dessen Haustür erwartet und dann sofort mit Schlägen und Tritten attackiert haben. Laut Anklage erlitt das Opfer zahlreiche Blutergüsse im Gesicht sowie Nasenbluten und erstickte schließlich an seinem eigenen Blut.

Nach der Tat hatte der Bruder des Getöteten in mehreren sozialen Netzwerken Zeugenaufrufe gestartet. Am Donnerstag erschien er als Nebenkläger zum Prozess und sagte am Rande der Verhandlung: «Das ist einfach nicht gerecht. Mein Bruder hatte niemandem etwas getan.» Er selbst könne einfach nicht verstehen, wie es jemand fertig bringe, einen kleinwüchsigen und körperlich weit unterlegenen Gegner derart brutal anzugreifen. Das Opfer war nur 1,40 Meter groß.

Der Angeklagte hatte sich nach dem Zeugenaufruf selbst der Polizei gestellt und soll in seinen ersten Vernehmungen auch Schläge auf seinen Bekannten eingeräumt haben. Es habe zuvor eine Auseinandersetzung gegeben, wegen der er den 41-Jährigen zur Rede stellen habe wollen. Im Prozess will der türkische Angeklagte keine Angaben zur Tat und den möglichen Hintergründen machen. «Unser Mandant wird vorerst schweigen», sagten die Verteidiger Stefan Bieschke und Jens Tuschhoff am Donnerstag.

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