Gesundheit
Verdi klagt gegen Sonntagsöffnungen in Weihnachtszeit

Düsseldorf (dpa/lnw) - Die Gewerkschaft Verdi geht gerichtlich gegen die in NRW geplanten Sonntagsöffnungen an den vier Adventssonntagen und am ersten Januarwochenende 2021 vor. Am Donnerstag reichte die Gewerkschaft einen Eilantrag beim Oberverwaltungsgericht NRW in Münster ein. Er richtet sich gegen die in der aktuellen Corona-Schutzverordnung des Landes NRW genehmigten fünf verkaufsoffenen Sonntage im Einzelhandel. Das Gericht bestätigte den Eingang der Klage. Wann darüber entschieden wird, stand noch nicht fest.

Donnerstag, 05.11.2020, 14:17 Uhr aktualisiert: 05.11.2020, 14:32 Uhr
Ein Verdi-Logo ist auf einer Warnweste zu sehen. Foto: Christophe Gateau

Mit der Sonntagsöffnung soll laut Verordnung ein «unregulierbarer Kundenandrang an den Wochenenden vor und nach Weihnachten» vermieden werden. Mit einer «Entzerrung des Einkaufsgeschehens» sollten Infektionsgefahren vermieden werden. Die Regelung sieht eine Öffnung zwischen 13.00 und 18.00 Uhr vor.

«Sonntagsöffnungen führen nicht zu einer Entzerrung von Kundenströmen, sondern zu einer Konzentration auf das Wochenende», begründete Verdi-Landesbezirksleiterin Gabriele Schmidt die Klage. Dies sei bei steigenden Infektionszahlen völlig verantwortungslos. Die Gewerkschaft argumentierte auch mit dem Gesundheitsschutz der Beschäftigten. Sie seien dem Infektionsrisiko an sechs Tagen in der Woche ausgesetzt. Sie sollten nicht durch verkaufsoffene Sonntage weiter belastet werden.

Der Handelsverband NRW äußerte sich enttäuscht über die Klage und sprach in einer Mitteilung von einer «dogmatischen und kategorischen Ablehnung». «Wir hatten (...) gehofft, dass man sich (...) gerade angesichts steigender Infektionszahlen dem Argument einer Entzerrung der Besucherströme nicht verweigert», erklärte Verbandspräsident Michael Radau. Eine Entzerrung diene sowohl dem Infektionsschutz der Beschäftigten als auch dem der Kunden. «Wir können nicht mehr Platz zum Einkaufen schaffen, um für Entzerrung zu sorgen. Da bleibt nur, den Kunden ein größeres Zeitfenster zu verschaffen», so Radau. Der Verband hatte bereits dazu aufgerufen, Weihnachtseinkäufe möglichst vorzuziehen.

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