Landtag
Ministerin warnt Kultur vor Öffnungsforderungen

Düsseldorf (dpa/lnw) - Nordrhein-Westfalens Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos) hat an die Kulturbranche appelliert, die harten Einschränkungen des öffentlichen Lebens in der Corona-Krise mitzutragen. «Die Kultur muss aufpassen, dass sie nicht immer eine Extrawurst brät», sagte die Ministerin am Freitag im Kulturausschuss des Landtags. Die Szene solle sich «nicht zu sehr aus dem gesellschaftlichen Konsens herausbewegen». Denn das könne der Kultur dauerhaft schaden. Pfeiffer-Poensgen reagierte damit auf Kritik aus der Szene, dass etwa Theater und Museen trotz strenger Hygiene-Konzepte ebenso im November schließen mussten wie auch Gastronomie und Freizeiteinrichtungen.

Freitag, 06.11.2020, 14:33 Uhr aktualisiert: 06.11.2020, 14:42 Uhr
NRW-Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen spricht bei einer Pressekonferenz. Foto: Roland Weihrauch

«Wir wissen alle, dass es schrecklich ist», sagte Pfeiffer-Poensgen. «Aber wir haben diese wahnsinnigen Infektionszahlen.» Kanzlerin Angela Merkel (CDU) habe darauf hingewiesen, dass die Quelle bei 75 Prozent der Corona-Infektionen nicht mehr zugeordnet werden könne. Es sei also nicht auszuschließen, dass sich Menschen auch in Theatern oder Kinos ansteckten - trotz dort geltender strenger Hygienekonzepte. «Ich weiß gar nicht, wo es überhaupt noch offene Theater in Europa gibt», fügte sie hinzu.

Pfeiffer-Poensgen verwies auf die vom Bund beschlossenen zusätzlichen November-Überbrückungshilfen, die auch für Kulturbetriebe und Soloselbstständige gelten. Diese würden von Landesseite ergänzt. So habe das Land einen Kulturstärkungsfonds in Höhe von 80 Millionen Euro und ein Stipendienprogramm aufgelegt.

Die Regierungsfraktionen von CDU und FDP im NRW-Landtag wollen kommende Woche die Landesregierung im Plenum zudem auffordern, sich auf Bundesebene für einen Unternehmerlohn in Höhe von mindestens 1000 Euro in der Pandemie einzusetzen. Das Geld solle unabhängig von Auflagen unbürokratisch ausgezahlt werden und auch Soloselbstständigen und Freiberuflern zur freien Verwendung stehen.

Nachrichten-Ticker