Prozesse
Tochter gequält und misshandelt: Angeklagte Mutter schweigt

Eine Frau aus Hagen soll ihre kleine Tochter über Monate hinweg gequält und misshandelt haben. Vor Gericht will sie sich zu den Anschuldigungen der Staatsanwaltschaft nicht äußern.

Freitag, 06.11.2020, 13:23 Uhr aktualisiert: 06.11.2020, 13:32 Uhr
Der Eingang des Landgerichtes in Hagen. Foto: Marius Becker

Hagen (dpa/lnw) - Vor dem Hagener Landgericht hat am Freitag der Prozess gegen eine 52-jährige Frau aus Hagen begonnen. Die Angeklagte soll ihre leibliche Tochter zwischen Anfang 2016 und Ende 2017 mehrmals geschlagen, gequält und misshandelt haben. Das Kind war schließlich von zu Hause weggelaufen und hatte die Polizei eingeschaltet. Zu Prozessbeginn erklärte die Angeklagte, dass sie sich zu den Vorwürfen nicht äußern wolle.

Das damals zehnjährige Mädchen schilderte bei der Polizei Ende 2017 eine Vielzahl von gravierenden Übergriffen. Angeblich sperrte die Angeklagte ihre Tochter nachts oft ein. Baden sei nur mit kaltem Wasser erlaubt gewesen, zur Strafe soll das Kind nahezu nackt vor das offene Fenster gestellt worden sein. In den Vernehmungen gab das Mädchen außerdem an, von der Mutter mit einer Gürtelschnalle auf das Bein geschlagen und mit einer Schere in die Hand gestochen worden zu sein. Auch von Drohungen mit einem Messer war in den Aussagen bei der Polizei die Rede.

Mutter und Tochter lebten zur Tatzeit allein in einer Wohnung. Wie am Rande des Prozesses bekannt wurde, wird das Kind seit seiner Flucht von einer Jugendhilfeeinrichtung betreut. An einem der nächsten Verhandlungstage soll das Mädchen voraussichtlich als Zeugin vernommen werden.

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